Lesch Corona Virus – woher er kommt

Corona: Was weiß die Wissenschaft?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 versetzt unsere Welt in einen Ausnahmezustand. Doch woher kommt das Virus überhaupt? Was macht es im Vergleich zu den jährlichen Grippeviren so speziell? Und was erwartet uns in Zukunft?

Beitragslänge:
43 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.03.2025, in Deutschland

Weltweit suchen Wissenschaftler nach den besonderen Eigenschaften des neuartigen Feindes. Was unterscheidet SARS-CoV-2 von den bisher bekannten Grippeviren? Was von anderen Coronaviren? Um das Virus adäquat bekämpfen  zu können, müssen die Forscher den Weg des Erregers im menschlichen Körper nachvollziehen und verstehen, wie es die Zellen angreift. Die Hoffnung ist, aufgrund dieser Kenntnis ein spezifisch wirksames Medikament zu finden.
Professor Harald Lesch zeigt, was Forscher aktuell zu SARS-CoV-2 wissen. Und holt sich noch Experten ins Studio mit Frau Professor Ulrike Protzer, Virologin an der Technischen Universität München und im Helmholtz Zentrum München und Herrn Professor Jan Felix Drexler, Virologe der Charité Berlin.

  • Pangolin läuft durch BangkokStartpunkt der Coronapandemie war die chinesische Millionenstadt Wuhan. Als mögliche Virusquelle haben einige Forscher das Pangolin im Verdacht: das einzige Säugetier der Welt, das mit Schuppen bedeckt ist. Dass Schuppentiere Coronaviren in sich tragen können, war schon vorher bekannt. Möglich also, dass der Übertragungsweg vom Pangolin auf den Menschen führte. In Wuhan gibt es, wie in vielen anderen Orten Asiens, Wildtiermärkte, auf denen Tiere lebendig verkauft werden. Allein schon durch den engen Kontakt können Viren von Tieren auf den Menschen überspringen.
    In einigen Studien haben Forscher Pangoline aus verschiedenen Regionen untersucht. Und tatsächlich findet sich in den Schuppentieren ein Coronavirus, das dem menschlichen SARS-CoV-2 ähnelt. Durch Mutationen verändert ein Virus sein Erbgut ständig. Diese Unterschiede in der Gensequenz nutzen Forscher, um Stammbäume der Viren aufzustellen. So können sie den Ursprung von neu entdeckten Viren zurückverfolgen. Um zu klären, ob das Pangolin der direkte Überträger des Virus ist, haben Forscher das vollständige Erbgut des Coronavirus im Pangolin mit dem menschlichen Coronavirus verglichen. Bisherige Studien kommen zu einer rund 90-prozentigen Übereinstimmung. Das klingt nach viel, ist aber zu wenig, um das Pangolin als direkten Überträger auf den Menschen eindeutig zu identifizieren. Das Pangolin bleibt zwar im engsten Kreis der Verdächtigen. Aber vieles ist noch unklar. Pangoline, die mit Coronaviren infiziert sind, zeigen selbst Krankheitssymptome. Ein Hinweis, dass sie nicht das natürliche Reservoir der Viren sind. Es muss noch eine andere Quelle, einen anderen Ursprung für das Virus geben.

    Bildquelle: Reuters

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