Corona-Masen-Mundschutz

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Paul und Laura tragen selbstgemachte bunte Mundschutzmasken in Berlin Kreuzberg.

Falscher Stoff und fehlender Sitz: Fehler bei DIY-Masken vermeiden

In allen Bundesländern kommt die Maskenpflicht. Da ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz zurzeit vielfach vergriffen ist, verwenden viele ein selbstgenähtes Do-it-yourself (DIY)-Produkt. Allerdings kann bei der Herstellung sowie beim Tragen solcher Community-Masken aus Stoff einiges falsch gemacht werden. Diese sieben Fehler sollten Sie vermeiden.

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Wer mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert ist, gibt mit seinem Atem und seiner Spucke feinste hochinfektiöse Tröpfchen ab. Diese schweben dann in der Luft und können andere anstecken. Ein Mundschutz kann dies verhindern.

Damit er etwas bewirken kann, ist jedoch die richtige Herstellung und Anwendung entscheidend. Wichtig zu wissen ist zudem, dass der Träger selbst durch seinen Gesichtsschutz vor einer Ansteckung durch andere nicht ausreichend geschützt ist.

Fehler eins: DIY-Maske aus zu dünnem Stoff

Wer einen Mundschutz nach einer Anleitung aus dem Internet näht, sollte darauf achten, dass der verarbeitete Stoff dicht genug ist. Sonst können infektiöse Tröpfchen durch die Maske dringen. Zudem wird empfohlen, mehrere Lagen einzunähen.

Fehler zwei: Mund-Nasen-Schutz sitzt nicht richtig

Damit die Gesichtsmaske andere schützen kann, muss sie dicht am Gesicht anliegen. Dabei sollte sie Mund, Nase und Wangen möglichst gut bedecken. Zudem sollte sie sich an den Rändern anschmiegen, sodass von den Seiten keine Luft eindringt.

Medizinische Produkte enthalten an der Nase einen Klemmbügel um, einen guten Sitz zu gewährleisten.

Fehler drei: Kontaminierter Gesichtsschutz

Beim Anlegen der Gesichtsmaske ist es wichtig, dies mit sauberen, gewaschenen oder desinfizierten Händen zu tun. Zudem sollte das Berühren der Innenseite vermieden werden.

Am besten fassen Sie den Mundschutz nur an den Bändern rechts und links an. Sonst kann der Träger sich und andere über eine Schmierinfektion mit dem Coronavirus anstecken.

Fehler vier: Durchfeuchteten Mundschutz nicht wechseln

Ist der Mundschutz von Spucke durchfeuchtet, sollte er umgehend durch einen frischen ausgetauscht werden. Sonst ist der Stoff nicht mehr dicht und die Schutzwirkung dahin.

Die getragene, ausgewechselte Maske sollte möglichst in einem luftdichten Plastikbeutel aufbewahrt und unmittelbar zu Hause gewaschen werden, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt.

Von einer längeren Aufbewahrung wird abgeraten, da sich dann Schimmel bilden kann.

Fehler fünf: DIY-Maske mehrfach tragen

Natürlich ist die selbstgenähte Maske zur Wiederverwendung gedacht. Aber: Sie muss nach jedem Tragen gewaschen oder entsprechend desinfiziert werden. Den gleichen Mundschutz für den Einkauf stets in der Jackentasche zu lassen, ist folglich keine gute Idee.

An ihm können die ansteckenden Coronaviren bis zu drei Tage haften. Entsprechen sinnvoll ist es, gleich mehrere Masken anzuschaffen um im Wechsel stets eine frische zur Hand zu haben.

Fehler sechs: Benutzten Mundschutz großflächig anfassen

Der getragene Mundschutz kann von innen wie außen mit Sars-CoV-2 kontaminiert sein. Wichtig ist es deshalb, beim Ausziehen bis zum Desinfizieren die Maske weder von innen noch von außen zu berühren.

Am besten fassen Sie sie auch jetzt nur an den Bändern rechts und links an oder verwenden Handschuhe.

Fehler sieben: Community-Maske falsch desinfizieren

Nach dem einmaligen Tragen ist es wichtig, den Mundschutz von Krankheitserregern zu befreien. Dabei sind Desinfektionsmittel jedoch fehl am Platz. Sie können nach Angaben des Robert-Koch-Institutes die Funktionalität des Mund-Nasen-Schutzes beeinträchtigen.

Wirksam hingegen ist das Waschen bei idealerweise 95, mindestens aber 60 Grad Celsius mit einem herkömmlichen Vollwaschmittel, rät das BfArM.

Doch auch eine Desinfektion im Backofen ist möglich, wie Christian Drosten, Virologe an der Charité in Berlin, im NDR-Podcast „Das Corona-Update“ erläutert. Dazu sollte die DIY-Maske mindestens 30 Minuten bei 70 Grad im vorgeheizten Backofen erwärmt werden.

Vorsicht hingegen ist bei der Desinfektion in der Mikrowelle geboten. Masken mit Nasenclip enthalten Metall, welches nicht mikrowellengeeignet ist. Auch kann nicht jeder Stoff entsprechend erhitzt werden, im schlimmsten Fall kann er dort Feuer fangen.

Auch beim Bügeln stirbt das Coronavirus ab, erklärt Drosten auf Twitter. Das Bügeleisen wird dafür entsprechend erhitzt und auf die Behelfsmaske gestellt. Wichtig ist es, auch die Ränder und Nähte ausreichend zu bearbeiten.

Community-Masken können, wenn viele sie im öffentlichen Raum tragen, vor einer Tröpfchen-Infektion mit Sars-CoV-2 in einem gewissen Maß schützen. Sehr wichtig ist es allerdings, trotz Gesichtsschutz auch die anderen Hygienemaßnahmen weiterhin zu befolgen.

Dazu zählt regelmäßiges Händewaschen von mindestens 30 Sekunden mit Seife. Handschuhe können die Schutzmaßnahmen ergänzen, wenn auf die richtige Anwendung geachtet wird. So nutzt die Handbedeckung wenig, wenn man sich damit ins Gesicht fasst.

Ergänzend kann zudem eine Brille wirksam sein, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen informiert. Sie verhindert, dass man sich die Augen reibt oder hinein fasst. Doch vor allem bleibt das Abstandhalten von mindestens 1,5 Metern wichtig – Maske hin oder her.

Verwendete Quellen:

  • Verbraucherzentrale.de: Corona. Welchen Schutz gibt es für Mund, Nase und Augen?
  • Stiftung Warentest: Corona. Ausbreitung. Gesundheit, Schutzmaßnahmen. Was Sie jetzt wissen sollten
  • Robert-Koch-Institut: Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19
  • NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ mit Prof. Dr. Christian Drosten. Folge 19 (23.03.2020)
  • Twitter-Profil von Christian Drosten

Deutschland maskiert sich: Welche Masken echten Schutz bieten

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Seit dem 15. April gilt die Empfehlung der Bundesregierung, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen.

Deutschland maskiert sich: Welche Masken echten Schutz bieten

Seit Mittwoch gilt die Empfehlung der Bundesregierung, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. Welche ist dabei die richtige, um sich zu schützen? Wir klären auf und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre eigene Maske basteln können.

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Mundschutz ist momentan heiß begehrt. Im Internet wird er so hoch gehandelt wie noch nie, einige Firmen können den Bedarf längst nicht mehr decken. Nun soll auch noch jeder Deutsche eine Alltagsmaske tragen – sofern er sich in der Öffentlichkeit bewegt.

Welche Maske ist die richtige?

Nicht alle Masken bieten gleichwertigen Schutz. Was es zu beachten gilt und welche Arten von Masken existieren, sehen Sie hier im Überblick:

Der Mund-Nasen-Schutz (MNS):

Der auch als OP-Maske bekannte Schutz verhindert vor allem die Abgabe von Speichel- beziehungsweise Schleimtröpfchen an die Umwelt. Er schützt also eher das Umfeld des Trägers als umgekehrt. Allerdings bewahrt der MNS den Träger davor, sich aus Versehen selbst an die Nase oder an den Mund zu fassen und senkt somit ebenfalls das Infektionsrisiko. Effektiven Schutz vor Coronaviren bietet der MNS allerdings nicht.

Die FFP-Masken:

Wer sich selbst effektiv vor Coronaviren schützen möchte, der greift am besten zu einer FFP-Maske. FFP steht für „filtering face piece“ (filterndes Frontstück) und beschreibt damit die Funktionsweise dieser Masken. Bekannt sind die Masken vor allem aus dem Handwerk. Dort werden sie eingesetzt, um beispielsweise Staub aus der Atemluft zu filtern. Allerdings bieten nicht alle FFP-Masken denselben Schutz.

Man unterscheidet die Masken nach ihrer Filterstärke. Eine FFP1-Maske reicht nicht aus, um die mikroskopischen Coronaviren effektiv zu filtern. Erst ab Filterstufe FFP2 ist man auf einer sichereren Seite.

Das Tragen der FFP-Masken hat aber auch Nachteile. Durch das Filtern der Atemluft fällt das Atmen schwerer und die körperliche Anstrengung steigt.

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Zahl der Corona-Todesfälle in den USA überschreitet Marke von 30.000

Stoffmasken:

Einfache Baumwollmasken hingegen sind laut WHO „komplett ungeeignet“, um effektiven Schutz vor SARS-CoV-2 zu bieten. Bei schlechtem Umgang stellen sie sogar ein Risiko für Neuinfektionen dar. Erreger könnten in den Fasern hängen bleiben und dann später erneut aufgenommen werden. Erst, wenn die Stoffmasken richtig gehandhabt, getragen und entsorgt werden, bieten sie einen zusätzlichen Schutz.

Mund-Nasen-Schutz selbst herstellen: So geht’s!

Mundschutz ist dieser Tage Mangelware. Nicht jeder kann sich einen im Internet oder in der Apotheke bestellen, obwohl einige Firmen bereits ihre Produktion auf Masken umgestellt haben.

Wenn Sie dennoch das Haus verlassen möchten, dann könnte ein selbstgemachter Schutz die Lösung Ihres Problems sein. Wie Sie eine solche Maske nähen, haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen