Deutschland – Ghana = 2 : 2 Klose und Schweini retten Deutschland

FußballDFB-Team

22.06.2014

Neue Ruhepole für das Zitterspiel

Deutschland steht nach diesem Remis kurz vor dem aus. Es besteht die Möglichkeit der Heimreise, genau wie für Spanien oder England.

z.B. Portugal gewinnt beide Spiele, und Deutschland verliert gegen die USA = Heimreise.

Irgendwie scheint der Trainer Löw oder auch die Manschaft das Spiel nicht verstanden zu haben.

Immer daran denken Hochnäsokeit kommt vor dem Fall.

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Deutschland muss nach dem Remis gegen Ghana vor dem WM-Aus zittern. Klose und Schweinsteiger drängen ins Team.

Die beiden Retter der deutschen Elf gegen Ghana: (v.l.) Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spiels
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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Fortaleza – Die deutschen Spieler wirkten zuversichtlich, ja sogar fast erleichtert.

Und das, obwohl sie nach dem Kraftakt von Fortaleza abgekämpft durch die Mixed Zone des Estadio Castelao gingen.

Und obwohl die 4:0-Gala zum WM-Auftakt gegen Portugal nur fünf Tage zuvor in diesen Momenten weit weg schien.

Nach dem 2:2 (0:0) gegen Ghana (Bericht) ist nun sogar das Vorrunden-Aus ein mögliches Szenario.

Am kommenden Donnerstag geht es gegen die USA und Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann um alles oder nichts. Ein Zitterspiel.

Es muss eine Leistungssteigerung her. Mehr Tempo, mehr Struktur. Ähnlich wie in der dramatischen Schlussphase dieses hart erarbeiteten Unentschiedens gegen die Afrikaner. Andernfalls könnte der WM-Traum füh platzen.

„Wetter darf keine Ausrede sein“

„Was wir heute erlebt haben, konnte man im Vorfeld nicht testen“, sagte Per Mertesacker: „Wir wissen jetzt, dass wir auch bei diesen Temperaturen noch zurückkommen können.“

Bei um die 30 Grad hatte das DFB-Team dank einer Energieleistung die Niederlage gerade noch abgewendet. (DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

„Es waren anstrengende 90 Minuten. Aber das Wetter darf keine Ausrede sein“, sagte Philipp Lahm, der auf der Sechserposition seine wohl schlechteste Leistung im Nationaltrikot gezeigt hatte.

„Die zweite Halbzeit war ein offener Schlagabtausch, mit einem irrsinnigen Tempo unter diesen Bedingungen“, meinte auch Bundestrainer Joachim Löw.

Genau so einen Schlagabtausch hatte die deutsche Elf eigentlich vermeiden wollen. Sie hatte nicht gut gespielt, jedoch immerhin Charakter bewiesen. (DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

Löw beweist lückliches Händchen

„Aus dem Nichts haben wir zwei Gegentore kassiert. Dann hat die Mannschaft gute Moral gezeigt“, sagte Löw – und er selbst ein glückliches Händchen. (Stimmen)

Es stand 1:2, als der Bundestrainer in der 69. Minute Miroslav Klose und direkt danach Bastian Schweinsteiger für Mario Götze und den stark abbauenden Sami Khedira ins Spiel brachte.

Die beiden Neuen drückten dem Spiel sofort ihren Stempel auf. Schweinsteiger mit beeindruckender Präsenz und Impulsen im Mittelfeld, Klose mit dem Tor zum 2:2 und weiteren gefährlichen Aktionen.

Zwei Minuten nach seiner Einwechslung presste der Stürmer einen Kopfball von Benedikt Höwedes am rechten Pfosten über die Linie und verhinderte die drohende Niederlage. Es war sein insgesamt 15. WM-Treffer. Damit ist er nun Rekordhalter. Neben dem Brasilianer Ronaldo. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Toni Kroos hatte den Ball hoch in den Strafraum geschlagen, Schweinsteiger die Ecke herausgeholt. Und Klose tat das, was er am besten kann: Er schoss ein Tor.

„Ein stolzer Moment für die beiden“

„Das ist ein stolzer Moment für die beiden“, sagte Mertesacker über die eingewechselten Routiniers, die beim 4:0 gegen Portugal noch 90 Minuten lang auf der Bank gesessen hatten.

„Das gibt Selbstvertrauen. Den beiden, aber auch der Mannschaft“, ergänzte Mertesacker: „Wir wissen, dass wir jederzeit Hilfe bekommen, wenn wir welche brauchen.“

Die Mannschaft brauchte an diesem heißen Nachmittag in Fortaleza diese Hilfe. Gegen die physisch starken und taktisch disziplinierten Ghanaer fanden die deutschen Spieler zunächst kein Mittel.

Probleme beim Umschalten

„Wir haben unseren Rhythmus bei eigenem Ballbesitz nicht geändert“, stellte Torwart Manuel Neuer fest: „Gegen eine solche Mannschaft kann man Probleme verursachen, wenn man den Ball schnell laufen lässt.“

Doch das passierte kaum. Von dem variablen Spiel im Mittelfeld, gegen Portugal noch der Schlüssel zum Erfolg, war fast nichts übrig geblieben.

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Die Dreierreihe mit Lahm, Khedira und Kroos schaffte es nicht, das Spiel und den Gegner unter Kontrolle zu bringen.

Und in der Offensive nutzten Mario Götze, Mesut Özil und Thomas Müller ihre Chancen nicht.

„Haben die Räume zu groß gemacht“

„Wir waren nicht so aggressiv von Anfang an und haben die Räume etwas zu groß gemacht“, analysierte Lahm.

„Wir haben es taktisch nicht gut gelöst und hatten dadurch Probleme“, ergänzte Khedira: „Ein Schritt zu wenig hier, ein Schritt zu wenig da, und Ghana hat nie aufgesteckt und gut gespielt.“

Und Mats Hummels wiederum meinte: „In der ersten Halbzeit haben wir den letzten Pass nicht gut angebracht, in der zweiten Halbzeit hatten wir vermehrt Ballverluste.“

Hummels fit, Boateng verletzt sich

Der Dortmunder hatte sich am Tag vor dem Spiel nach seiner Oberschenkelprellung fit gemeldet. Nun bangt Löw um Jerome Boateng.

Der Abwehrspieler musste mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel in der Kabine bleiben und wurde durch Shkodran Mustafi ersetzt.

Sechs Minuten nach der Pause erzielte Götze nach einer Flanke von Müller die überraschende Führung, doch für Sicherheit sorgte das 1:0 nicht. Ghana drehte das Spiel durch Treffer von Andre Ayew (54.) und Asamoah Gyan (63.). Kloses Rekordtreffer sicherte dann den Punkt.

„20 Spiele und 15 Kisten ist schon nicht schlecht“, sagte Klose in der „ARD“: „Aber wichtig ist, dass wir nun gegen die USA gut auftreten.“

Showdown gegen die USA

Im letzten Gruppenspiel könnte gegen Klinsmanns Team ein Remis zum Weiterkommen reichen. Je nach Ausgang der Partie zwischen den USA und Portugal in der Nacht zum Montag.

„Nun bereiten wir uns vernünftig vor, dann holen wir die drei Punkte. Wir schlagen die USA.“, versprach Götze.

Die Frage wird sein, mit welcher Besetzung der Bundestrainer dies versuchen wird.

Müller zog sich in der Schlussphase eine Platzwunde an der Augenbraue zu und musste genäht werden. Der Bayer kann aber wohl am Donnerstag auflaufen.

Die Kernfragen sind ohnehin andere: Werden Klose und Schweinsteiger von Beginn an spielen? Agiert Lahm weiter im Mittelfeld oder hilft er der Mannschaft als Rechtsverteidiger mehr?

Dies wird bis zum Anpfiff die Diskussionen beherrschen.

BVB und Bayern: Haushoch überlegen, Bayern wieder an der Spitze

BVB und Bayern: Haushoch überlegen und doch nicht siegreich

05.10.2013, 21:51 Uhr | FUSSBALL.DE

Bayerns Thomas Müller (li.) und Dortmunds Mats Hummels hatten am achten Spieltag einen gebrauchten Tag erwischt. (Quelle: Fotos: dpa, AP)

Bayerns Thomas Müller (li.) und Dortmunds Mats Hummels hatten am achten Spieltag einen gebrauchten Tag erwischt. (Quelle: Fotos: dpa, AP)

Pep Guardiola saß nach Abpfiff noch lange auf der Trainerbank und überlegte, wie das 1:1 des FC Bayern bei Bayer Leverkusen an diesem achten Bundesliga-Spieltag einzuordnen ist. Zuvor spielte sein Team mit dem Gegner 90 Minuten lang Katz und Maus, doch am Ende reichte es nur zu einem Zähler. Ähnliches dürfte ein paar Stunden zuvor Trainer-Kollege Jürgen Klopp durch den Kopf gegangen sein. Für den Coach von Borussia Dortmund kam es noch dicker. Trotz haushoher Überlegenheit verlor der BVB mit 0:2 bei Borussia Mönchengladbach.

Somit übernahm der Triple-Sieger mit nunmehr 20 Zählern die Tabellenspitze. Dortmund rangiert mit einem Zähler weniger auf Platz zwei, punktgleich mit Bayer Leverkusen. Mit sechs Punkten Rückstand folgt Gladbach auf Rang vier. „Wir sind zufrieden, dass wir Tabellenerster sind“, sagte Franck Ribéry nach der Partie.

Unglaubliche Statistik

Die beiden deutschen Teilnehmer des Champions-League-Endspiels von 2013 stellten einmal mehr ihre Ausnahmestellung in der Liga unter Beweis. Allerdings zeigten sie auch, dass beide in puncto Chancenverwertung noch erhebliches Steigerungspotenzial besitzen. 27:6 Torschüsse lautete die Statistik des BVB gegen Gladbach. 27:5 die des FC Bayern gegen Leverkusen. Von 54 Schüssen insgesamt ging am Ende nur ein Versuch von Toni Kroos über die Linie.

BVB-Coach Jürgen Klopp sah lange Zeit ein „brutal gutes Auswärtsspiel“ seines Teams, musste aber letztendlich einräumen: „Wir haben die Tore nicht gemacht.“ Auch Guardiola zog ein ähnliches Fazit: „Ich bin stolz auf unsere Leistung“, beschrieb der Spanier die eindrucksvolle Performance seiner Elf gegen überforderte Leverkusener. Angesprochen auf die mangelnde Chancenverwertung fiel dem Spanier aber auch nicht viel ein. „So ist Fußball.“ Allein Thomas Müller hatte mehrfach den Torschrei auf den Lippen, vergab aber auch die besten Einschussmöglichkeiten.

Konkurrenz belegt das Geschäft

Wenige Tage nach ihren furiosen Champions League-Auftritten zeigten die beiden deutschen Ausnahme-Klubs, dass sie den Schalter umlegen können und auch im Ligaalltag sofort wieder Top-Leistungen bringen können. 86 Prozent der Pässe kamen beim BVB an, der gegen Gladbach obendrein ein Eckenverhältnis von 9:1 aufweisen konnte. Auswärts wohlgemerkt. Beim FC Bayern sind die Zahlen noch beeindruckender: Das Guardiola-Team kam auf ein Eckenverhältnis von 14:2. Sagenhafte 90 Prozent der Pässe fanden den Mitspieler.

Man kann derzeit nur spekulieren, ob es einfach Pech war, dass beide Teams ihre haushohe Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnten oder ob aufgrund der Belastung aus der Königsklasse doch ein paar Prozent Konzentration gefehlt haben. In der Vergangenheit gab es Perioden, da folgten auf zauberhafte Europapokal-Abende allzu oft biedere Hausmannskost in der Liga. Diese Zeiten scheinen allerdings endgültig vorbei. Dortmund und Bayern stacheln sich gegenseitig immer mehr zu Höchstleistungen an, ein Ausrutscher kann böse Folgen haben.

Sammer lobt das Team

„Wir haben es phasenweise sehr gut herausgespielt und hatten klare Chancen. Allerdings haben wir es verpasst Tore zu machen“, analysierte Mannschaftskapitän Philipp Lahm. „Die Mannschaft hat unglaublich gefightet“, lobte Matthias Sammer das Team. Der Sport-Vorstand war letztlich nicht unzufrieden. „So ein Spiel darfst du nicht mehr 1:2 verlieren“, freute er sich über den Punktgewinn, der letztlich ausreichte, um den Sprung auf den Platz an der Sonne zu schaffen.

Während die Münchner also rechtzeitig vor ihrem Oktoberfestbesuch mit einem blauen Auge davonkamen, war der Frust beim BVB ungleich größer. „Das war eigene Doofheit. Wie wir Gladbach zunächst beherrscht haben, das war Wahnsinn“, sagte Kevin Großkreutz und fügte dann etwas leiser hinzu: „Der Frust ist riesengroß, das kann man nicht beschreiben.“

Showdown im November

Am größten dürfte der Ärger bei Mats Hummels sein. Der Nationalspieler leistete sich beim Stande von 0:0 eine Notbremse und sah die Rote Karte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Max Kruse zur Führung der Gladbacher, die wenig später sogar noch einen weiteren Treffer folgen ließen.

Am 23. November treffen die beiden Spitzenklubs aufeinander. Am 13. Bundesliga-Spieltag empfängt der BVB die Münchner im Signal-Iduna-Park.

Quelle: FUSSBALL.DE