Niedrige Zinsen: Kommt nun der Bailout für die Lebensversicherungen?

Niedrige Zinsen: Kommt nun der Bailout für die Lebensversicherungen?

Der IWF schlägt Alarm: Die niedrigen Zinsen bedrohen die Lebensversicherungen. Die Truppe von Christine Lagarde schlägt daher vor, die Politik solle die Versicherer retten. Weil den Versicherten massive Verluste drohen, könnte nun der Bailout kommen: Eine Umverteilung ist auf der ersten Blick weniger brutal als der glatte Diebstahl.

 

IWF-Chefin Christine Lagarde empfiehlt Angela Merkel, wie man die deutschen Steuergelder sinnvoll nutzen kann. (Foto: dpa)

IWF-Chefin Christine Lagarde empfiehlt Angela Merkel, wie man die deutschen Steuergelder sinnvoll nutzen kann. (Foto: dpa)

Die Senkung der Einlagezinsen der EZB seit November letzten Jahres auf Null Prozent hatte keinerlei Effekte auf die Kreditvergabe an Unternehmen in der Peripherie der Eurozone. Doch nun will die Zentralbank den Einlagezins unter die Null-Prozent-Marke absenken. Daraus werden dann Negativ-Zinsen. In der Folge trifft dies neben den Sparguthaben auch die Lebensversicherungen.

In der ersten Juni-Woche, kurz nach den Europa-Wahlen will die EZB ein Bündel von Maßnahmen beschließen: Gegen die niedrige Inflation in der Euro-Zone, eine Verbesserung der Kreditvergabe der Banken an Unternehmen in der Peripherie, sowie eine Laufzeitverlängerung der LTRO-Maßnahmen für die Banken (eine Billion Euro, wovon bisher etwa die Hälfte an die EZB zurückgeflossen ist) auf ein weiteres Jahr bis 2016.

Des Weiteren kommt für die EZB eine Senkung der Leitzinsen von derzeit 0,25 Prozent (der Zinssatz für Banken, die sich Kapital von der EZB leihen) auf 0,15 oder 0,1 Prozent in Betracht.

Seit November steht der Einlagezinssatz (Vergütung der Geschäftsbanken, wenn sie bei der EZB ihr Geld „parken“) bei Null Prozent. Zu einer verbesserten Kreditvergabe an Unternehmen in den Krisenländern haben bekanntlich weder die Leitzinssenkung noch die Absenkung des Einlagezinssatzes geführt.

Von der Geldpolitik der EZB profitieren in Deutschland einzig die Aktienbörsen und Immobilienkäufer.

Die Kürzung des Einlagezinssatzes auf einen sogenannten „Negativ-Zinssatz“, auch Strafzins genannt, würde unterm Strich zu noch weniger Zinsen für die Spareinlagen führen, womöglich zu Negativ-Zinsen für Sparer oder höheren Gebühren und zu höheren Zinssätzen für Kredite (mehr hier).

Jedoch betreffen die Absichten der EZB nicht nur die Guthaben auf Sparkonten. Auch Lebensversicherungen wären betroffen. Der IWF schlägt bereits Alarm und fordert: Die Politik müsse etwas tun, um die negativen Folgen der niedrigen Zinsen für die Lebensversicherer zu dämpfen, die vor allem von hohen Garantiezinsen herrührten. Es gehe um eine fairere Aufteilung von stillen Reserven.

Nach Bekanntwerden der Pläne der EZB sind die Zinsen für Bundesanleihen in den Keller gerauscht. Für Versicherer ein schlechtes Zeichen, denn sie legen ihr Kapital zumeist in Anleihen an. In der Konsequenz bedeutet dies, dass vormalige Zinsversprechen bei Abschluss eines Vertrags, insbesondere bei Lebensversicherungen, nicht zu halten sind.

„Wurden den Kunden, die jährlich 1200 Euro in eine Police gepackt haben, kurz vor der Jahrtausendwende noch 115.000 Euro nach 30 Jahren in Aussicht gestellt, liegt der durchschnittliche Erwartungswert der Branche nach Map-Angaben aktuell gerade noch bei 59.560 Euro,“ Doch „auch dieser Wert ist mit Vorsicht zu genießen“, sagt Map-Mann Manfred Poweleit. Es handele sich um einen hochgerechneten Erwartungswert. „Sollten die Zinsen noch länger so niedrig liegen, wird die tatsächliche Auszahlung deutlich niedriger liegen“, berichtet die Welt.

Schon in der Vergangenheit mussten sich Bürger mit Lebensversicherungen mit deutlich weniger Auszahlungen zufriedengeben als in den Policen ursprünglich fixiert war.

Denn durch die Geldpolitik der EZB wurde es für die Versicherer erforderlich, immer mehr Versicherungsbedingungen zum Nachteil der Kunden zu ändern, damit die Versicherungen nicht bereits reihenweise pleitegingen (mehr hier). Die freiwillige Gewinnbeteiligung wurde schon seit langem gekürzt oder ganz gestrichen.

Bei einem Negativ-Zins drohte der finanziellen Alterssicherung der Bürger mittels Lebensversicherungen das Ende.

Das wäre glatter Diebstahl.

Daher ist es denkbar, dass die Bundesregierung mit einem Bailout – wie vom IWF angedeutet – einspringt.

Dann wäre es auch Diebstahl, allerdings in Form einer Umverteilung.

Und da ist der IWF ja der globale Experte.

Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

Die Rolle der internationalen Finanz-Organisation durchleuchtet DWN-Herausgeber Michael Maier in seinem neuen Buch Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen.

Dem IWF ist in dem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet: Es zeigt, welch verheerende Auswirkungen die globale Schulden-Maschine auf die Völker der Welt hat – und warum man sie dringend stoppen muss. 

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

Das Buch ist auch bei Amazon erhältlich – hier. 

 

 

Mario Draghi unter Druck: Die Einschläge kommen näher

Mario Draghi unter Druck: Die Einschläge kommen näher

Draghi sollte schneller Arbeiten, damit die NWO = Neue Weltordnung schneller durchgesetzt werden kann.

Von einem Goldmann & Sachs —-Schergen kann man das verlangen.

www.ichbindafuer.com   Diese Leute sollten so schnell wie möglich zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Leute wollen die Welt beherschen.

 

Mario Draghi ist der mächtigste Mann Europas. Seine Maßnahmen entscheiden über das Überleben der Euro-Zone. Im Moment sieht Draghi jedoch alt aus: Seine Ankündigung, den Euro um jeden Preis zu retten, wird zum Rohrkrepierer: Die schwachen Franzosen rufen nach mehr Währungs-Manipulation. Draghi selbst ist wegen seiner Rolle im italienischen Banken-Skandal unter massiven Beschuss in Italien geraten. Bei der heutigen Pressekonferenz wird er unangenehme Fragen hören – und sie aalglatt vom Tisch wischen.

Die vergangenen 14 Monate von EZB-Chef Draghis Amtszeit sind alles andere als zufriedenstellend, wie die Entwicklungen am Bondsmarkt, in den Target-2-Salden und in der Bilanz der EZB zeigen (Grafik: Reuters).

Die vergangenen 14 Monate von EZB-Chef Draghis Amtszeit sind alles andere als zufriedenstellend, wie die Entwicklungen am Bondsmarkt, in den Target-2-Salden und in der Bilanz der EZB zeigen (Grafik: Reuters).

Am Donnerstag kommt die EZB erneut zu einer Ratssitzung zusammen, um über die weitere Vorgehensweise der Zentralbank zu beraten. Analysten rechnen mit keinen großen Ankündigungen. Vielmehr wird Draghi selbst im Mittelpunkt stehen. Mario Draghis Rolle bei dem italienischen Bankenskandal um die Banca Monte die Paschi di Siena ist von Interesse. Bezüglich seiner Rolle als Chef der italienischen Zentralbank gerät Draghi immer weiter in die Kritik. Doch seine Bilanz als EZB-Chef ist ebenfalls katastrophal.

Mario Draghi muss derzeit beobachten, wie die Geldpolitik der EZB unter seiner Führung immer mehr ins Straucheln gerät. Zugegeben, als Mario Draghi im November 2011 seinen Posten als EZB-Chef antrat, war die europäische Schuldenkrise bereits in vollem Gange. Aber außer einer aufgeblähten EZB-Bilanz konnte Mario Draghi mit seinen Maßnahmen bisher nicht viel erreichen. Bereits im Monat seines Amtsantritts senkte Draghi den Leitzins das erste Mal – zuvor, war dieser zweieinhalb Jahre nicht angerührt worden – um ihn dann im Juli 2012 sogar auf den historischen Tiefstand von 0,75 Prozent festzulegen.

Um dem Liquiditätsengpass der europäischen Banken  entgegenzuwirken und die Zinskosten für Italiens und Spaniens Anleihen zu reduzieren, spülte die EZB zudem in zwei Schritten über eine Billion Euro über die 3-Jahres-Tender (LTROs) in den Markt (hier). Ein Schritt, der neben dem bis dato bereits deutlich erhöhten Staatsanleihenkauf durch die EZB die Bilanz der Europäischen Zentralbank massiv aufblähte. Zwischenzeitlich lag diese bei über drei Billionen Euro (größer als die Bilanz der Fed – hier).

Abgesehen davon, dass die europäischen Banken das Geld horteten, floss zwar tatsächlich auch ein  Großteil der günstigen EZB-Kredite in die Staatsanleihen-Emissionen Italiens und Spaniens. Doch das Geld der spanischen und italienischen Banken ist fast aufgebraucht. Sie können mittlerweile kaum mehr weitere Bonds kaufen. Und dass ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die Kreditkosten der beiden Länder wieder steigen (hier).

Die Korruptionsvorwürfe gegenüber dem spanischen Premier Mariano Rajoy (mehr hier) und die politische Unsicherheit bezüglich der im Februar stattfindenden Parlamentswahlen in Italien treiben die Zinssätze wieder in die Höhe. Zu allem Übel ist Mario Draghi an den steigenden Zinskosten Italiens sogar nicht ganz unbeteiligt. Schließlich spielt er im aufgekommenen Skandal um die italienische Banca Monte die Paschi di Siena (MPS) eine wesentliche Rolle. Unter seiner Aufsicht als italienischer Notenbankchef wurde der verhängnisvolle Deal, der die Bank in den Abgrund riss, gebilligt (mehr hier). Dabei war er einem solchen Deal zur damaligen Zeit nicht das erste Mal begegnet. Griechenland rannte ebenfalls mit einem solchen Geschäft in die Katastrophe (als Draghi noch bei Goldman Sachs arbeitete – hier).

Mittlerweile haben die europäischen Banken zwar begonnen, die von der EZB geliehenen 3-Jahres-Kredite wieder zurückzuzahlen, und halfen damit, die Bilanz der EZB auf nunmehr auf 2,77 Billionen Euro zu senken. Doch das europäische Finanzsystem wurde durch die Kredite alles andere als stabilisiert (mehr hier). Vielmehr sind es derzeit die großen Banken, die mit der Rückzahlung begonnen haben Den Investmentbanken immerhin  bescherte die Bazooka sogar reichlich Gewinne. Die kleineren Finanzinstitute hängen indes stärker am Tropf der EZB als je zuvor (hier).

Aber nicht nur eine stabilisierende Wirkung auf das Finanzsystem und eine Reduzierung der Refinanzierungskosten für die Länder sollte mit dem 3-Jahres-Tendern erreicht werde. Ziel war es auch, der Realwirtschaft durch die Geldschwemme den Zugang zu dringend benötigten, neuen Krediten zu erleichtern. Auch in dieser Hinsicht versagte die Geldpolitik der EZB jedoch (hier).

Dadurch, dass die EZB nun jedoch ihre Liquiditätsversorgung langsam nach den effekthascherischen Maßnahmen der vergangenen 12 Monate zurückfährt und Geld aus dem Markt nimmt, während die anderen großen Zentralbanken wie die Fed weiter Geld in den Markt pumpen, hat der Euro zu Beginn des Jahres massiv an Wert gewonnen und schwächt so die europäische Exportwirtschaft. Ende Januar stieg der Euro gegenüber dem Dollar auf ein 14-Monatshoch, gegenüber dem japanischen Yen sogar auf den stärksten Wert seit mehr als zweieinhalb Jahre. Von dem Mandat der Finanzstabilität kann also selbst in diesem Zusammenhang keine Rede sein.

Der französische Präsident Hollande hat nun sogar nach einer Wechselkurs-Manipulation gerufen (hier). Eine Forderung, die Angela Merkel am Mittwoch massiv ablehnte (hier). Die Haltung Deutschlands zu dieser Wechselkurs-Manipulation dürfte bei Draghi, sollte er tatsächlich über einen solchen Schritt nachdenken, allerdings kaum etwas ausrichten. Ignorierte er doch bisher kontinuierlich die deutsche Haltung zur Geldpolitik der EZB.

Was bleibt sind steigende Zinskosten, weitere Instabilität im europäischen Bankensektor, ein dramatisch steigender Eurokurs, nicht liquide Unternehmen, eine überbordende Target-2-Bilanz der Deutschen Bundesbank (hier) und eine zunehmende Skepsis gegenüber Draghi und der EZB. Als der EZB-Chef zuletzt umfangreiche Maßnahmen wie mögliche unbegrenzte Anleihekäufe ankündigte, beruhigte sich die Situation am Finanzmarkt zunächst leicht. Doch seitdem ist nichts passiert. Die bisherigen Aktionen der EZB zeigten nicht die gewünschte Wirkung und von den groß angekündigten, neuen Maßnahmen wurde bisher keine ergriffen. Doch die Investoren haben ein Gedächtnis. Der Effekt der Reden Mario Draghis wird kontinuierlich verpuffen.

Dieser Artikel hat 54 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

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  1. Michael sagt:

    Was soll das Rumgeätze ? Der T€uro hat (leider) überlebt. Die Basiswerte zum T€uro bessern sich seit Monaten. Die deutschen Target2-Salden sind um mehr als 55 Mrd.€ zurückgegangen, ihr Trend ist klar fallend. Das Fluchtkapital zieht sich aus Deutschland zurück. Das ist richtig so. Die EZB-Bilanz normalisiert sich spürbar. Das ist Draghis Verdienst. Irgendwelche Monte Paschis werden von den Italienern gerettet, das ist doch sogar gegen die HRE-Rettung ein Finanz-zwerg.

    Die Wechselkursfrage entscheidet sich erst Ende April. Einmal negatives US-BIP ist zwar noch keine Rezession, die zweite Schrumpfung pro forma schon. Die Zahlen die aus diesem Jahr bekannt sind, deuten darauf hin, dass die Amis trotz des Vorteiles durch den unterbewerten Dollar nicht aus dem Knick kommen. Auch irgendwelche cliffs sind in einer Marktwirtschaft regelrecht obzöne Ursachen für BIP-Schrumpfung. Die Amis haben ein Strukturproblem. Man kann ihnen aber zutrauen, dass sie das, wenn sie es definiert haben, lösen werden. In der EU muss man skeptischer sein.

    Obama ist zwar auch eine fürchterliche sozialistische Ökonomielusche, aber in der Eurozone reden und gestikulieren gleich 17 von der Sorte gleichberechtigt in einem babylonischen Sprachengewirr wild durcheinander.

    Der einzige, der Klartext sprach hieß Draghi. Normalerweise hat er einen Nobelpreis verdient. Wenn ich an seiner Stelle gesessen hätte, hätte ich schon viel früher mit den Hysterikern Tacheles geredet. Das, ohne dass mir am Überleben des T€uro etwas gelegen hätte und ich kein glühender Europäer bin. Die letzten beiden Sätze besagen eins, die Deutschen müssen sich mal an die neuen Realitäten gewöhnen. Sie wurden mit dem Euro verraten und verkauft, aber sie wählen die Verr…r immer wieder. Damit tragen sie gefälligst ohne zu meckern die Konsequenzen daraus.

    • Gast sagt:

      “Sie wurden mit dem Euro verraten und verkauft, aber sie wählen die Verr…r immer wieder. Damit tragen sie gefälligst ohne zu meckern die Konsequenzen daraus.”

      Eben, so sieht es aus auch wenn es keiner so sehen will oder kann. Viel schlimmer noch ist die Tatsache das der Verkauf ohne zu Fragen statt gefunden hat, organisiert und gelenkt von den Gewählten. Allein eine Wahl zu was auch immer legitimiert nicht dazu über die Köpfe der Wähler hinweg zu entscheiden, was in letzter Zeit sehr stak in Mode gekommen ist bei den Staatsdiener. Hier liegt noch immer die Betonung auf Dienern und nicht auf Diktatoren oder Herrscher.

  2. pedrobergerac sagt:

    Die ‘FED ist der mächtigste Mann Europas.

  3. Alex sagt:

    Tja, der mächtigste Mann der EU ??????? Ein Goldmann Sachs Gesandter
    Die NWO  beschleunigt Ihre Ziele.
    Alle wissen, was da abgeht, doch niemand traut sich etwas zu sagen.
    Henry Ford” wenn die Menschen wüssten wie das Geldsystem funktioniert, dann hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution”

  4.