Maskenpflicht ab 27.04.2020

Bild zu Coronavirus - München
Eine Frau mit Nase-Mund-Schutzmaske geht an einem Geschäft vorbei, an dem ein Schild mit der Aufschrift „Nur ein Kunde“ angebracht ist. In ganz Deutschland beginnt am Montag die Zeit der Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr.

Maskenpflicht und mehr Schüler: Das ändert sich am Montag

Viele Schüler kehren am heutigen Montag in die Schulen zurück. Doch wie es genau weitergeht, ist noch immer unklar. Was jedoch feststeht: Ab heute gilt beim Einkaufen und im Personennahverkehr die Maskenpflicht.

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In der Coronavirus-Krise geht es in Deutschland mit den Lockerungen weiter: Bereits vergangene Woche kehrten Tausende Jugendliche in vielen Bundesländern für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen an die Schulen zurück – jetzt kommt der nächste Schwung. Das weitere Vorgehen aber ist noch offen, soll nun aber auch festgezurrt werden. Gleichzeitig sind Millionen Deutsche in der ganzen Bundesrepublik ab heute vielerorts zum Tragen von Schutzmasken verpflichtet.

So geht es ab heute mit den Schulen weiter

In der vergangenen Woche sind in rund der Hälfte der Länder die ersten Schüler in die Schulen zurückgekehrt, allerdings nur Abschlussklassen für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen. Dem schließen sich ab diesem Montag weitere Abiturienten, Berufsschüler und Schüler an, die vor dem mittleren Schulabschluss stehen – in so gut wie allen anderen Bundesländern.

Die Kultusmisterkonferenz schaltet sich am Nachmittag zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Etwa ab dem 4. Mai geht es in den meisten Ländern auch für die ältesten Grundschüler wieder los und für Schüler, die im nächsten Schuljahr ihren Abschluss machen.

Lesen Sie auch: Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-BlogDie Kultusminister stimmen sich nun abschließend über ein gemeinsames Konzept ab. Nach dpa-Informationen wollen sie sich am „Hygieneplan Corona für die Schulen in Rheinland-Pfalz“ orientieren. Spannend ist, ob die Minister einen Plan vorlegen, wie es für diejenigen Klassenstufen weitergeht, für die es bisher noch keine Rückkehrperspektive an die Schulen gibt.

In den Schulen gelten dann besondere Hygienepläne. Darin enthalten sind etwa geteilte Klassen, gestaffelte Pausen, zeitversetzter Unterricht, größere Abstände zwischen den Tischen oder verschärfte Putzvorgaben. Das Tragen von Masken oder eines einfachen Mund-Nase-Schutzes wird auf den Fluren und in den Pausen empfohlen, ist aber im Unterricht nicht Pflicht.

Maskenpflicht beim Einkaufen und im Personennahverkehr

An vielen anderen Orten des öffentlichen Lebens wird das Maskentragen ab dieser Woche in ganz Deutschland zur Pflicht. In einigen Ländern gilt sie auch schon, Vorreiter war Sachsen. Die meisten ziehen am Montag nach, als letztes Land folgt am Mittwoch Schleswig-Holstein.

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Diese Fehler sollten Sie beim Tragen von selbstgenähten Masken vermeiden

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In den allermeisten Ländern gilt dann: Im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen müssen die Bürger einen Mund-Nase-Schutz tragen. In Nordrhein-Westfalen etwa kommen Wochenmärkte, Haltestellen, Bahnhöfe, Taxis, Arztpraxen, Post, Bank und Tankstellen hinzu – in Berlin hingegen gilt die Pflicht nur in Bussen und Bahnen.

Akzeptiert werden auch Schals oder Tücher. Meist gilt die Pflicht ab einem Alter von sechs Jahren, und nicht für kranke Menschen oder oft auch nicht für Kassiererinnen.

Hier drohen Bußgelder

Die meisten Länder gehen die Sache zurückhaltend an. Sie würden aber gegebenenfalls mit Bußgeldern nachlegen. Aus der Hauptstadt sowie aus Sachsen-Anhalt etwa heißt es, Strafen drohten keine, die Einhaltung der Maskenpflicht werde nicht kontrolliert. NRW überlässt die Höhe der Strafe den Ordnungsämtern der Kommunen.

Bayern hingegen ist streng – bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften werden 150 Euro fällig. Für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal Maske trägt, sind sogar 5.000 Euro Bußgeld vorgesehen.

Notbetreuung in den Kindergärten

Mancherorts wird auch die Notbetreuung ausgeweitet. In Baden-Württemberg zum Beispiel sollen ab 27. April grundsätzlich Kinder Anspruch auf Notbetreuung haben, „bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise die oder der Alleinerziehende einen außerhalb der Wohnung präsenzpflichtigen Arbeitsplatz wahrnehmen und von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten“, heißt es aus dem Kultusministerium.

Künftig sollen zudem auch Kinder bis zur siebten Klasse betreut werden. Bislang gilt die Notbetreuung für Kinder bis zur sechsten Klasse, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur arbeiten. In Mecklenburg-Vorpommern wird die Notbetreuung in Krippen, Kitas, Horten und bei Pflegeeltern auf weitere Berufsgruppen ausgedehnt.

Sicherheitsabstand bei Gottesdiensten

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) haben Empfehlungen für die Gemeinden in Sachen Gottesdiensten veröffentlicht. Am Montag will das Corona-Kabinett darüber beraten. Bei den Gottesdiensten soll die Teilnehmerzahl begrenzt werden, und die Gläubigen müssen einen Sicherheitsabstand einhalten.

Einige Bundesländer haben bereits angekündigt, ab Anfang Mai wieder Gottesdienste zu erlauben. Auch beim Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Donnerstag soll noch einmal über das Thema gesprochen werden. (dpa/dh)

Tipps für den Umgang mit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

Ab Montag, den 27. April, gilt die deutschlandweite Maskenpflicht. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tragen von Masken zum Schutz vor dem Coronavirus.

So helfen Masken wirklich

Bild zu Maskenträger in Bus und Bahn
Beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sollten Sie einige Verhaltensregeln unbedingt beachten.

Nur so helfen Masken wirklich: Was beim Tragen unbedingt zu beachten ist

Masken erobern Deutschland – und werden nun auch in Bayern Pflicht. Sie nützen allerdings nur etwas, wenn man beim Tragen einige Regeln beachtet. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Nun also doch: Nach einigem Hin und Her soll auch in Bayern in Kürze eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen gelten. Was das konkret bedeutet und was beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unbedingt zu beachten ist.

Welche Art von Schutz ist mit „Maskenpflicht“ gemeint?

Die Pflicht bedeutet ausdrücklich nicht, dass sich jeder medizinische Schutzmasken zulegen soll. Es ist zwar von „Maskenpflicht“ die Rede, Bayerns Ministerpräsident Söder konkretisierte aber am Montag: Es seien Mund-Nasen-SchutzAlltagsmasken oder auch Schals Pflicht.

Der Unterschied zwischen einer medizinischen Atemschutzmaske und einem Mund-Nase-Schutz ist, dass letzterer auch selbst hergestellt sein kann und vor allem den Schutz anderer Personen bewirkt.

Wo herrscht in Deutschland Maskenpflicht?

  • Bayern ist das dritte Bundesland mit einer Maskenpflicht. Sie gilt ab kommender Woche in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr.
  • In Sachsen muss ab sofort beim Einkauf und im Nahverkehr ein Mund-Nasen-Schutz oder Schal getragen werden.
  • In Mecklenburg-Vorpommern gilt dies vom 27. April an im Nahverkehr. Zudem gibt es eine solche Pflicht in einzelnen Städten.
  • In Thüringen soll ab Freitag in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht gelten.
  • In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt deutet sich ebenfalls eine Maskenpflicht für Einzelhandel und ÖPNV an, in beiden Ländern berät an diesem Dienstag die Landesregierung darüber.
  • Der Berliner Senat spricht ebenfalls über das Thema – wobei es hier in der Koalition zuvor noch unterschiedliche Positionen gab.

Die Bundesregierung empfiehlt bislang nur „dringend“, Masken zu tragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Umso mehr die vorhanden sein werden, umso mehr wird man vielleicht auch darüber reden, ob es dann noch weitere Schritte der Dringlichkeit gibt.“ Vorerst gelte, wer eine Maske hat, solle die auch tragen.

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Was bringt ein einfacher Mund-Nasen-Schutz?

Trägt jemand einen Mund-Nasen-Schutz, verringert er die Infektionsgefahr für andere Menschen, weil das Material vor Mund und Nase bis zu einem gewissen Grad Tröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten auffängt. Vor einer Ansteckung des Trägers mit dem Virus schützen die einfachen Masken aber eher nicht.

Ist eine selbst genähte Maske sinnvoll?

Die Wissenschafts-Akademie Leopoldina rät, selbst hergestellte Masken, Schals und Tücher zumindest im öffentlichen Leben zur Überbrückung zu nutzen. Die Akademie hatte das Tragen von Mund-Nasen-Schutz empfohlen, in Bildungseinrichtungen und – verpflichtend – auch im öffentlichen Personennahverkehr.

Auch das RKI teilte mit, das Tragen einer Maske im öffentlichen Leben könnte dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen.

Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein. Das Einhalten von Hygiene-Standards oder Abstandsregeln ersetzt eine Maske nach Meinung der Experten jedoch keinesfalls.

Wie Sie selbst einen Mund-Nasen-Schutz herstellen, lesen Sie hier.

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Sollte ich mir besser eine medizinische Maske besorgen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist erneut darauf hin, dass medizinische Atemschutzmasken dem Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen vorbehalten bleiben müssten. Medizinischem Personal, das direkten Umgang mit Verdachtsfällen und Corona-Patienten hat, bieten simple Masken keinen ausreichenden Schutz. Hier raten Experten zu Masken mit den Schutzstufen FFP-2 oder FFP-3.

Fehlende Schutzausrüstung und besonders fehlende Masken sind aktuell immer noch eines der drängendsten Probleme in vielen Kliniken. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kürzlich gesagt.

Was muss ich beim Tragen beachten?

Ob die Masken helfen, hänge mit der Art und Weise zusammen, wie der Schutz getragen werde, betont Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg. Es gelte Folgendes:

  • Der Stoff muss Mund und Nase vollständig bedecken
  • Die Maske darf dabei keine Öffnungen bilden
  • Beim An- und Ausziehen ist darauf zu achten, dass das Sekret nicht über die Hände verteilt wird
  • Einmal aufgesetzt, sollte der Träger die Maske möglichst nicht berühren

Wie oft kann ich einen selbst genähten Schutz tragen?

Eine selbst hergestellte Maske könne problemlos öfter getragen werden, sagt Salzberger. Sie muss allerdings regelmäßig gewaschen werden.

Wie wasche ich meine Maske?

Selbst genähte Schutzmasken für Mund und Nase sollten regelmäßig gewaschen werden – bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel.

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Eine Alternative zur Waschmaschine: Statt die Maske alleine in der Trommel drehen zu lassen, rät Philipp Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Alltagsmasken kann man auch ohne Waschmaschine reinigen – etwa mit einem Stab in dem für Hände zu heißen Wasser mit 60 Grad drehen und drücken. Sobald es etwas ausgekühlt ist, richtig mit der Hand kneten und wringen. „Die Hitze und die Tenside der Waschmittel reichen schon, um das Coronavirus zu deaktivieren“, so Heldt. „Die Zugabe von zum Beispiel Alkohol ist nicht nötig.“

Alternativ wird von Virologen geraten, die Masken bei entsprechend hohen Temperaturen zu bügeln.

Darf ich die Maske beim Autofahren tragen?

Wer den Schutz auch hinter dem Steuer des Autos tragen will, muss darauf achten, dass man für andere noch klar erkennbar bleibt. Ansonsten droht ein Bußgeld von 60 Euro. Zudem darf die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt sein. (af mit Material der dpa)

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Um das neue Coronavirus einzudämmen, rufen Promis unter dem Hashtag #maskeauf aktuell dazu auf, einen selbst gemachten Atemschutz zu tragen. Doch wie kann man sich eine Maske zu Hause machen? © YouTube

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Nach Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern führen weitere Bundesländer eine Maskenpflicht ein. Derweil steigt laut dem RKI die Corona-Reprodutionszahl wieder an – und wegen der Pandemie will US-Präsident Donald Trump die gesamte Einwanderung stoppen. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

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  • 12:44 Uhr: Handball-Bundesliga abgebrochen
  • 12:17 Uhr: Baden-Württemberg: Maskenpflicht beim Einkaufen und im Nahverkehr
  • 12:04 Uhr: Maas: Keine „normale Urlaubssaison“ in diesem Sommer möglich
  • 10:16 Uhr: Reproduktionszahl steigt wieder an – Virologe warnt vor Konsequenzen
  • 09:13 Uhr: Oktoberfest wird abgesagt
  • 06:13 Uhr: Donald Trump will komplette Einwanderung in die USA stoppen

Maskenpflicht in Deutschland ??

Wenn wir alle überleben wollen, sollten wir schon einmal die Maskenpflicht ernst nehmen

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Bild zu Atemschutzmaske in öffentlichen Verkehrsmitteln
Ein junger Mann trägt in einer Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2 (gestellte Aufnahme). Eine Pflicht zum Tragen einer Maske für Mund und Nase in der Öffentlichkeit wird als eine mögliche Maßnahme diskutiert, um die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie erlassenen Beschränkungen schrittweise zu lockern.

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Einfache Gesichtsmasken müssten in der Corona-Pandemie nach Ansicht von Polizeigewerkschaften in Bussen, Bahnen und Geschäften deutschlandweit zur Pflicht werden. Sowohl die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) als auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprachen sich am Samstag dafür aus. Hintergrund ist das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer.

Bundesregierung verständigt sich nur auf „dringende Empfehlung“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch auf vorsichtige Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen verständigt und dabei Gesichtsbedeckungen beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln „dringend empfohlen“, aber keine Pflicht vereinbart. Sachsen will nun dennoch ab Montag eine Pflicht einführen, Mecklenburg-Vorpommern zieht eine Woche später nach. Anderswo ist das bisher nicht geplant. Es geht dabei nicht um medizinische, sondern um einfache, auch selbst gemachte Masken. Auch ein Tuch sei möglich, heißt es aus beiden Ländern.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begründete den Schritt am Freitagabend in der MDR-Talkshow „Riverboat“: „Die Wahrheit ist ja, es hat sich eigentlich nichts geändert. Das Virus ist in der Welt, es gibt immer noch keinen Impfschutz. Das Einzige, was wir (tun) können, um uns zu schützen, ist Abstand halten und deswegen auch die Bedeckung von Mund und Nase.“

„Neue Normalität“: Regierung macht wenig Hoffnung auf rasches Ende der Maßnahmen

Die Bundesregierung stimmt Bürgerinnen und Bürger auch darauf ein, dass der Alltag noch länger anders sein wird als vor Corona. „Was wir jetzt brauchen, ist für lange Zeit eine neue Normalität“, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in der ARD. Ähnlich äußerte sich Kanzleramtschef Helge Braun (CDU).

DPolG-Chef Rainer Wendt sagte dem „Handelsblatt“, wünschenswert gewesen wäre eine bundeseinheitliche Regelung und eine Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Masken. GdP-Vize Jörg Radek sprach sich ebenfalls für eine solche Pflicht aus. Ein Mund-Nasen-Schutz sei im Verhältnis zu anderen Auflagen „der geringere Eingriff zum Zwecke der Minimierung des Ansteckungsrisikos“. Radek betonte, dass die Maßnahme auch Polizistinnen und Polizisten bei ihren Einsätzen helfe.

Auch Länder sind beim Thema Maskenpflicht zerstritten

Aus den Bundesländern kamen am Samstag unterschiedliche Stimmen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) deutete an, dass er sich eine Tragepflicht vorstellen könne. „Ich bin überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören und etwa im Öffentlichen Personennahverkehr auch bald zur Pflicht werden können, sobald sie ausreichend verfügbar sind“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Wochenendausgabe). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Es gibt ein Maskengebot.“ Das sei eine klare Vorgabe und gelte für Geschäfte und den Öffentlichen Nahverkehr.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich plädierte dafür, dass der Kauf von Gesichtsschutzmasken für den Eigenbedarf steuerlich absetzbar wird. „Auf den Kosten darf nicht derjenige allein sitzen bleiben, der sie zum Schutz seiner Mitmenschen in öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Arbeitsweg und beim Einkaufen tragen möchte“, sagte Ullrich, der auch Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Bundestages ist, der Deutschen Presse-Agentur.

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Mit Blick auf die weitere Entwicklung in der Pandemie sagte Kanzleramtschef Braun der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“, Ziel sei es, schrittweise zu einem Leben mit weniger Beschränkungen zurückzukehren. „Aber die Epidemie ist nicht weg. Wir müssen lernen, damit zu leben – bis es einen Impfstoff gibt.“ Bayerns Ministerpräsident Söder sagte, solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, müsse man die Beschränkungen fortsetzen und für eine kontrollierte Entwicklung sorgen. Die Zahlen stabilisierten sich. „Aber es ist ein schmaler Grat, auf dem wir wandeln.“ (mgb/dpa)

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