Gabriel schraubt am Rentenkonzept

ichbindafuer ———–Volle Rente schon vor 65 möglich

Nochmals über die 45 Jahre nachdenken

 

Anmerkung:

Absolut ungerecht

    24. September 2012 – 2:13 — habu

Aus Sicht eines Akademikers ist diese Regelung absolut ungerecht. Wer ohne reichen Papi studiert, hat in dieser Zeit entweder nebenher gejobbt (in der Regel ohne Rentenansprüche zu erwerben) oder jede Menge Schulden angehäuft, die danach abgetragen werden müssen.

Danach verdienen die meisten trotz Studium nicht mehr als ein Facharbeiter in der Automobilindustrie. Warum also sollten jene, die 45 Jahre lang Geld verdient haben früher in Rente gehen als jene, die ebenfalls 45 Jahre gearbeitet haben, zeitweise jedoch ohne Einkommen?

Noch eine Anmerkung am Rande: Wieso wird eigentlich nie die Beitragsbemessungsgrenze in Frage gestellt? Auch von der SPD nicht? Ungerecht ist, wenn jemand mit 50.000 Monatseinkommen nicht mehr in die Rentenkasse einzahlt als einer mit 5.000. Soll doch jeder den vollen Satz abliefern. Zwar steigen dann auch die Rentenansprüche – das macht jedoch nichts, da normale Beitragszahler ohnehin weniger rausbekommen als sie eingezahlt haben.

Herr Gabriel und seine Ideen

    24. September 2012 – 8:37 — Fiona123

So wie der Erzengel-Namensvetter gen Himmel blickt, scheint er auf göttliche Eingebungen zu warten. Aber das ist ja selbst der bayerischen Regierung bereits vor etlichen Jahren versagt geblieben. Lujah, soag i

 

Die SPD will ihr Rentenkonzept überarbeiten, damit mehr Menschen als bisher geplant ohne Einbußen bereits vor dem 65. Geburtstag in den Ruhestand gehen können. Wer 45 Versicherungsjahre nachweisen könne, solle abschlagslos vorzeitig in Rente gehen können, sagte Parteichef Sigmar Gabriel im Bericht aus Berlin. Er bestätigte damit Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), wonach er seinen intern umstrittenen Vorschlag zum Kampf gegen die Altersarmut entsprechend geändert habe.

Mit 15 in den Job – mit 60 Rentner

„Wir wollen für die, die ganz lange schon arbeiten – also 45 Jahre schon Versicherungsbeiträge zahlen – einen abschlagsfreien Zugang zur Rente geben“, sagte Gabriel im Bericht aus Berlin. „Wenn Sie mit 15 schon angefangen haben, dann können Sie auch vor 65 in Rente gehen.“ Bislang erhalten Arbeitnehmer nur dann ihre volle Rente, wenn sie 45 Versicherungsjahre nachweisen können und 65 Jahre alt sind. Als Versicherungszeiten werden dabei auch bestimmte beitragslose Zeiten angerechnet wie Kindererziehung.

Eine solche Regelung würde bis zu 200.000 Beschäftigten in den nächsten Jahren erlauben, früher ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen, berichtete die Zeitung. Die Kosten für Gabriels Idee würden auf rund 5,4 Milliarden Euro geschätzt, die aus der Rentenkasse bezahlt werden sollen.

Verzicht auf Beitragssenkung

Gabriel schlägt demnach vor, im Gegenzug auf die bislang vereinbarte Senkung der Beiträge auf 19 Prozent zu verzichten und sie stattdessen stetig auf den für 2030 angepeilten Satz von 22 Prozent steigen zu lassen. Sein Vorschlag ist laut „SZ“ mit den Gewerkschaften abgestimmt und soll auch den SPD-Streit um das künftige Rentenniveau entschärfen. Informell hätten Politiker des linken Flügels sowie die denkbaren Kanzlerkandidaten, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück, Zustimmung signalisiert.

Zugleich hält Gabriel dem Bericht zufolge daran fest, dass das Niveau der gesetzlichen Rente von derzeit 50 Prozent des Nettolohns schrittweise auf 43 Prozent absinkt. Weil maßgebliche Teile der SPD aber ein Rentenniveau von 50 Prozent fordern, solle nicht der Vorstand am Montag, sondern ein kleiner Parteitag im November diese Frage entscheiden.

SPD-Linke reagiert skeptisch

Die SPD-Linke nahm Gabriels Vorstoß mit Skepsis auf. „Es ist gut, dass Bewegung in die Debatte kommt“, sagte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Klaus Barthel, der „Berliner Zeitung“ laut Vorabbericht. „Es ist auch gut, wenn ein paar mehr Arbeitnehmer Vorteile haben. Gerade für die Frauen wird dadurch aber nichts erreicht.“ Auch die Jusos reagierten zurückhaltend. „Das Rentenniveau muss bei mindestens 50 Prozent liegen“, sagte ihr Vorsitzender Sascha Vogt der Zeitung „Die Welt“: „Für die Absenkung auf 43 Prozent gibt es weder bei den Anhängern der SPD noch im Parteivorstand oder den Gewerkschaften eine Mehrheit.“

Matschie fordert Angleichung der Renten in Ost und West

Thüringens SPD-Vorsitzender Christoph Matschie forderte derweil die Angleichung der Renten in Ost und West. Das gehöre zwingend ins Rentenkonzept der SPD, sagte Matschie MDR Info. „Ich finde, dass wir nicht auf Dauer getrennte Rentensysteme haben können in Ost und West.“ Nach der politischen Einheit, die seit 20 Jahren verfolgt werde, müsse nun auch „endlich die soziale Einheit folgen“.

 

ichbindafuer, unsere Mitbürger nicht so über den Leisten zu ziehen——–und nicht nach 4 Jahren Abgebordnerter=======RENTE=======ich denke das heißt dort etwas anders.

 

 

 

Lieber hungern als zum Sozialamt

Die Grundsicherung im Alter sollte die Altersarmut in Deutschland bekämpfen. Doch das Gesetz funktioniert nach einem Bericht der Hans Böckler Stiftung offensichtlich nicht. Demnach verzichten viele ältere Menschen noch immer auf den Gang zum Sozialamt, weil sie sich schämen oder gar nicht wissen, dass ihnen Sozialleistungen zustehen. Eine schnelle Verbesserung ist vorerst nicht in Sicht. Doch es gibt Hoffnung: Das Problem ist in der Politik angekommen.

Genaue Zahlen fehlen, trotzdem schätzen Experten die Dunkelziffer der armen älteren Menschen in Deutschland als sehr hoch ein. Schon in den 1990er-Jahren sei auf jeden Sozialhilfeempfänger ein Sozialhilfeberechtigter gekommen, der die ihm zustehenden Leistungen nicht einfordert, und unter den Älteren sei die verdeckte Armut besonders verbreitet, heißt es in dem Bericht.

Dunkelziffer der Altersarmut ist hoch

Das dürfte eigentlich nicht sein. Denn seit dem Jahr 2003 soll die „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“ das Abrutschen in die Armut verhindern. Laut dieser Regelung muss die Rentenversicherung Rentner mit niedrigen Bezügen auf ihren Anspruch aufmerksam machen.

Die Praxis sieht jedoch anders aus. Nach den Angaben bezogen im Jahr 2007 von gut einer Million Personen über 65 Jahre, denen zu der Zeit Grundsicherung zustand, nur 340.000 tatsächlich die gesetzlichen Leistungen. Die Hans Böckler Stiftung bezieht sich dabei auf Zahlen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) für das Jahr sowie Berechnungen der Verteilungsforscherin Irene Becker. Die Dunkelziffer der Altersarmut lag demnach bei 68 Prozent.

Gesetz hat Ziel verfehlt

Sein Ziel hat der Gesetzgeber damit verfehlt. Und nach den Angaben fallen nicht nur Menschen ohne Rente unter die Grenze des Existenzminimums. Wer Grundsicherung im Alter beziehe, verfüge im Schnitt über ein gesetzliches Alterseinkommen in Höhe von 549 Euro brutto im Monat, hat die Hans Böckler Stiftung ermittelt.

Rentner mit Anspruch auf Grundsicherung, die das Extra nicht beziehen, hätten 610 Euro zur Verfügung. Das entspreche 44 Prozent beziehungsweise 49 Prozent des Ruhegeldes, das nicht bedürftige Ruheständler hierzulande durchschnittlich erhalten.

Einkommen reicht nicht für warme Mahlzeit

Das Alterseinkommen manches Grundsicherungsbeziehers reicht laut SOEP oft nicht einmal jeden zweiten Tag für eine warme Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder Geflügel aus. Der Studie zufolge konnten sich das acht Prozent der Befragten nicht leisten, von den nicht bedürftigen Rentnern waren es nur 0,6 Prozent.

Regelung muss überholt werden

Die gesetzliche Regelung müsse überholt werden, forderte daher Forscherin Becker. Ruheständler sollten etwa beim Antrag auf Grundsicherung unterstützt, die strengen Vorschriften zur Vermögensanrechnung gelockert werden.

Problematisch sei auch die Definition angemessenen Wohnraums. Möglicherweise beantragten viele bedürftige Ältere keine Grundsicherung, weil sie fürchten, das Amt könnte auf dem Umzug in eine billigere Wohnung bestehen. Ein Umzug im Alter sei aber besonders belastend, der damit verbundene Verlust sozialer Kontakte meist nachhaltig.

Arbeitsministerin: Auch Normalverdiener gefährdet

Doch es gibt Hoffnung, denn auch die Politik sieht inzwischen Handlungsbedarf. So hat etwa Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Rahmen der aktuellen Debatte um eine Zuschussrente kürzlich Alarm geschlagen. Die Ministerin hat Zahlen vorgelegt, nach denen ab 2030 sogar Normalverdiener mit einem Monatseinkommen von 2500 Euro brutto nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro bekommen.