Spahn nennt Unternehmen Bedingungen für Lockerungen

Corona-Live-Blog: Spahn nennt Unternehmen Bedingungen für Lockerungen

Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt, wie Firmen in den Alltag zurückkehren können und in Deutschland hat die Zahl der vom Coronavirus Genesenen erstmals die Zahl der aktiv Infizierten überholt. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 15:48 Uhr: Virologe Streeck weist Vorwürfe zurück: Zwischenergebnis üblich
  • 14:34 Uhr: Premierminister Boris Johnson darf das Krankenhaus verlassen
  • 12:39 Uhr: Spahn nennt Wirtschaft Bedingungen für Corona-Exit
  • 12:27 Uhr: Wirtschaftsweise sprechen sich gegen starre Branchen-Schließungen aus
  • 11:48 Uhr: Athen: Türkei akzeptiert wegen Corona keine Migrantenrückführungen
  • 11:12 Uhr: RKI: Erstmals mehr Genesene als aktiv Infiziert in DeutschlandJen

Mundschutz Maskentypen Robert Koch Institut

Ein Ansteckungsrisiko könnte durch Masken verringert werden.

Robert-Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz

Knappes Gut, hilfreiches Accessoire oder Pflichtkleidungsstück – über Masken wird in der Corona-Krise immer wieder diskutiert. Aber was nutzen die einzelnen Maskentypen?

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Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert: Wenn Menschen – auch ohne Symptome – vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde.

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Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Ansteckungsrisiko könnte durch Masken verringert werden

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben.

Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Das RKI bezieht sich in seiner neuen Einschätzung auf sogenannten Mund-Nasen-Schutz und auf Behelfsmasken aus Stoff.

Verschiedenen Schutzmasken im Überblick

Selbstgemachte Masken: Im Netz kursieren zahlreiche Schnittmuster und Faltanleitungen für einen selbstgemachten Mundschutz – oder auch „Community Mask“ genannt. Das ist besonders vor dem Hintergrund der Knappheit medizinischer Masken eine kluge Idee, sagte der Virologe Christian Drosten dem NDR.

Die Schutzeigenschaften hängen aber stark von Material und Nutzung ab: Fest gewebte sind besser geeignet als leicht gewebte Stoffe. Eine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzwirkung haben die Masken aber nicht.

Es wird aber vermutet, dass sie das Risiko einer Ansteckung verringern, weil sie den Tröpfchenauswurf reduzieren und das Bewusstsein für achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen können. Hygienevorschriften und Abstandsregeln sollten trotzdem eingehalten werden.

Mund-Nasen-Schutz: Auch diese Masken dienen vor allem dem Schutz von Mitmenschen. In medizinischen Einrichtungen sind sie derzeit häufig knapp.

Der sogenannte Mund-Nasen-Schutz fängt ebenfalls Flüssigkeitsspritzer und Tröpfchen in der Ausatemluft der tragenden Person ab. So kann das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, verringert werden.Den Träger können sie auch vor größeren Tröpfchen aus der Umgebung schützen.

Einen ausreichenden Schutz vor Viren und Bakterien bieten auch sie nicht, weil die Masken nicht abschließend auf dem Gesicht sitzen. So können etwa kleine Tröpfchen in der Luft eingeatmet werden. Auch mit diesen Masken gelten also weiter die Regeln für Händehygiene und Sicherheitsabstand.

FFP-Masken: Die Abkürzung FFP steht für Filtering Face Piece – also etwa filternder Gesichtsschutz. Sie werden in drei Klassen unterschieden: 1, 2 und 3.

Sie schützen in unterschiedlichen Graden vor festen und flüssigen Partikeln, wobei 3 die höchste Schutzklasse darstellt. Um sich vor Corona-Viren zu schützen, empfehlen Experten Masken der Klasse 2 und 3. Weil der Filter einer FFP-3-Maske sehr dicht ist, fällt das Atmen damit schwer. Die Maske kann daher nur für kurze Zeiträume getragen werden.

Medizinische Masken nur für Klinikpersonal

Die medizinischen Masken – inklusive der OP-Masken – sind derzeit häufig knapp. Viele Experten plädieren aus diesem Grund dafür, diese Schutzmasken primär Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vorzubehalten.

Umfrage: Mehrheit für Maskenpflicht

Die Mehrheit der Bundesbürger hält die Einführung einer Schutzmaskenpflicht einer Umfrage zufolge für richtig. 57 Prozent der Befragten sind dafür, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der nächsten Zeit beim Einkaufen oder im Nahverkehr verpflichtend zu machen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Erhebung hervorgeht, die RTL und ntv in Auftrag gegeben hatten. Besonders hoch war die Zustimmung demnach unter Frauen und älteren Menschen.

Nur gut ein Viertel der Befragten glaubt hingegen, dass man selbst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt ist, wenn man eine selbstgenähte Maske trägt oder sich ein Tuch oder einen Schal vors Gesicht bindet. (lag/ash/dpa)

Coronakrise in Österreich: Nur mit Mundschutz in den Supermarkt

Aufgrund der Coronakrise muss nun in den meisten Lebensmittelgeschäften ein Mundschutz getragen werden. Verteilt wird der Schutz vor den Filialen.

Krise verpennt? Bundesregierung wurde bereits 2012 vor Pandemie gewarnt!!

Bild zu Jens Spahn, Gesundheitsminister, Bundesgesundheitsminister, Bundeskabinett, CDU, Sitzung
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trägt Mit-Verantwortung für Versorgungsengpässe bei Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln in Deutschland im Zuge der Corona-Pandemie. Ein entsprechendes Risiko-Papier präsentierte die Bundesregierung bereits 2013.

Krise verpennt? Bundesregierung wurde bereits 2012 vor Pandemie gewarnt

Das Robert-Koch-Institut skizzierte auf Grundlage der Erfahrungen mit den Coronaviren SARS und MERS bereits 2012 ein Pandemie-Szenario. Es ist nun praktisch genau so eingetreten. Deutschland hätte genügend Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten.

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Vielen Bundesbürgern fällt angesichts der Coronakrise vor allen Dingen auf, dass es Deutschland als einem der reichsten Länder weltweit plötzlich an so elementaren Dingen wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln mangelt.

Es scheint, als sei die derzeitige Pandemie aus dem Nichts über das Land hergefallen. Die Warnung vor dem momentanen Ausnahmezustand aber ist bereits acht Jahre alt.

Bericht im ZDF über Risikoanalyse rüttelt viele Bürger wach

Das ZDF-Polit-Magazin „Frontal21“ berichtete am 24. März 2020 von einer wissenschaftlichen Analyse, die inzwischen auch in den sozialen Netzwerken die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Aus dem „Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“ geht hervor, dass die Bundesregierung seitdem von den Gefahren einer Pandemie wusste.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und weitere Behörden spielten das Szenario einer Pandemie durch. Es ging um eine theoretische Analyse, ausgehend von früheren Seuchengeschehen.

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Erfahrungen mit den Coronaviren SARS und MERS

In den Jahren 2002 und 2003 waren in 30 Ländern weltweit mehr als 8.000 Menschen an der Atemwegserkrankung SARS erkrankt. Knapp 800 Patienten starben.

2012 ging von der arabischen Halbinsel das Coronavirus MERS aus. Ende Februar 2020 waren der Weltgesundheitsorganisation WHO 2.519 Erkrankte und 866 Tote aufgrund einer Ansteckung mit dem MERS-Virus bekannt.

Am 3. Januar 2013 veröffentlichte der Bundestag das erwähnte Ergebnis zweier Risikoanalysen. Diese geben einen Überblick, welche Ereignisse mit welcher Wahrscheinlichkeit eintreten – und wie groß der zu erwartende Schaden ist.

„Außergewöhnliches Seuchengeschehen“ wurde vorhergesehen

Eine der Analysen bezieht sich auf eine Pandemie durch den Erreger „Modi-SARS“. Das Szenario beschreibe ein „außergewöhnliches Seuchengeschehen“, so der Bericht. In dessen Zuge käme es auch zu Versorgungsnot im medizinischen Bereich. „Die Industrie“ könne, so heißt es in dem Bericht von 2012, „die Nachfrage nicht mehr vollständig bedienen.“ Es entstünden „Engpässe“.

Thomas Rauch, Geschäftsführer des Verbands Hygiene und Oberflächenschutz, will erst im Gespräch mit dem „Frontal21“-Autoren Andreas Halbach von der Existenz des Papiers von 2012 erfahren haben. „Ich kannte es nicht. Davon bin ich überrollt worden.“ Den ersten Kontakt mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe es erst Mitte März 2020 gegeben.

Chinesen kauften Schutzausrüstung aus Deutschland zurück

Auch die Warnung Achim Theilers verhallte bei Spahn. Der Geschäftsführer der Franz Mensch Gmbh, eines des führenden Produzenten von Hygiene- und Schutzartikeln, schrieb am 5. Februar 2020 den Minister per E-Mail an. Darin wies er unter anderem darauf hin, dass 97 Prozent der Weltmarktproduktion von Hygiene- und Schutzartikeln aus China stamme. Von dort, wo das Coronavirus im Dezember 2019 ausbrach. Nun würden diese Artikel dort dringend benötigt und deshalb in Deutschland wieder aufgekauft.

Theiler forderte von der Bundesregierung, bezüglich der Ausstattung des medizinischen und des Pflegepersonals „vorzeitig“ zu planen. „Der Brand lief schon. Und man hat sich weiterhin mit dem Erklären des Brandes beschäftigt, anstatt darüber nachzudenken, wie man löscht.“

Das im Szenario von 2012 beschriebene „Modi-SARS“ ist hypothetisch, hat jedoch realistische Eigenschaften. Es handelt sich, wie beim nun aufgetretenen Sars-CoV-2, um ein Coronavirus.

Die Begründung für diese Annahme: „Die Wahl eines SARS-ähnlichen Virus erfolgte unter anderem vor dem Hintergrund, dass die natürliche Variante 2003 sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme schnell an ihre Grenzen gebracht hat.“

Spahn und Wieler haben sich getäuscht

Genau das erlebt im Frühjahr 2020 auch Deutschland. Dies hängt auch mit Fehleinschätzungen aus berufenem Mund zusammen. So sagte Prof. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, am 21. Januar 2020: „Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich das Virus nicht sehr stark auf der Welt ausbreitet.“

Eine Woche später stand Wieler an der Seite des Ministers Spahn, als dieser im Rahmen einer Pressekonferenz noch immer beruhigte: „Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch diese neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach unserer Einschätzung weiterhin gering.“

Dabei hatte drei Tage zuvor die Weltgesundheitsorganisation die Gefahr einer weltweiten Verbreitung des SARS-CoV-2 bereits als hoch eingestuft.

Im Bericht von 2012 heißt es, es sei „in der Praxis nicht vorhersehbar, welche neuen Infektionskrankheiten auftreten, wo sie vorkommen werden und wann dies geschehen wird.“

Trotzdem sagte Prof. Dr. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, im Bericht bei „Frontal21“, er sei „erstaunt. Ich hätte es mir gar nicht vorstellen können, dass wir tatsächlich so unvorbereitet sind.“ (hau/dpa)

In einer früheren Version dieses Artikels wurde der Halbsatz, „dass die Bundesregierung seitdem von der aktuellen Corona-Pandemie wusste“, geändert.

Weißes Haus befürchtet laut Prognose bis zu 240.000 Tote

Immer wieder hat der Präsident erklärt, das Coronavirus sei in den USA unter Kontrolle. Davon spricht er selber längst nicht mehr. Umgestimmt hätten ihn Prognosen mit Todeszahlen wie „in Weltkriegen“. Nun bereitet Trump die Amerikaner auf harte Zeiten vor. Das Weiße Haus geht in einer Prognose von bis zu 240.000 Toten aus. (Teaserbild: imago images/UPI Photo)