Deutschland bei Corona-Bekämpfung führend

Lothar Wieler, Präsident des RKI, steht sinnbildlich für das gelungene Krisenmanagement in Deutschland.

Studie von Deep Knowledge: Deutschland bei Corona-Bekämpfung führend

Deutschland könnte aus der Coronakrise sogar wirtschaftliche Vorteile ziehen: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Denkfabrik Deep Knowledge. Weltweit schneidet in der Analyse nur ein Land besser ab.

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Datenanalysten sehen Deutschland als Vorbild, wenn es um den Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und die von ihm ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 geht. Einer Studie der Agentur Deep Knowledge (DKG) zufolge wird die Bevölkerung sehr gut vor dem Virus geschützt.

Weltweit landet Deutschland hinter Israel auf dem zweiten Platz, wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung im Umgang mit der Coronakrise geht. Dahinter folgen Südkorea, Australien, China, Neuseeland und Taiwan.

USA, Großbritannien und Italien fallen durch

Für die Analyse nutzt das Unternehmen nach eigenen Angaben zahlreiche unterschiedliche Daten, etwa den Zeitpunkt der Einführung von Ausgangsbeschränkungen, die Zahl der Verstöße gegen Anti-Corona-Maßnahmen, das Ausmaß von Reisebeschränkungen und die Testkapazitäten sowie die Ausstattung von Krankenhäusern.

Als Datenquellen werden etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Johns-Hopkins-Universität, Worldometers und die US-Behörde CDC herangezogen. Die Daten würden durch Experteneinschätzungen ergänzt und mithilfe eines Algorithmus gewichtet.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

In den Top-40 der Länder weltweit sind die USA ebenso wenig vertreten wie Italien, Spanien oder Großbritannien. Malaysia, die Türkei und der Oman sind hingegen darunter. Auch in einem gesonderten Ranking für Europa belegen das Vereinigte Königreich, Italien und Spanien zusammen mit San Marino die hinteren Plätze. Afrika und Südamerika blieben bei der Studie unberücksichtigt.

Bei stationärer Behandlung und Krisenmanagement top

Besonders gut schneidet Deutschland im Vergleich beim Krisenmanagement der Regierung ab. Hierbei kommt es etwa darauf an, wie gut Krisenstäbe funktionieren und wie schnell Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

Die Schweiz und Österreich – weltweit auf den Rängen elf und zwölf – liegen auf europäischer Ebene direkt hinter Deutschland auf den Plätzen zwei und drei.

„Deutschland war angesichts seiner anfangs hohen Infektionszahlen äußerst effizient und hat eine weitere Ausbreitung der Krankheit erfolgreich gestoppt, ohne das Niveau anderer Staaten zu erreichen“, sagte DKG-Gründer Dimitry Kaminsky dem „Spiegel“, dem die Studie vorab exklusiv vorlag.

Aufgrund dieser Effizienz werde Deutschland „nach der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Vorteile haben“, prognostiziert Kaminsky. Unternehmen suchten in diesen Zeiten nach einem Hort der Sicherheit.

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Die in London und Hongkong ansässige Denkfabrik ist nach eigenen Angaben ein Konsortium aus Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen. Sie ist an die Risikokapitalgesellschaft Deep Knowledge Ventures angeschlossen, die vorrangig in Gesundheits-, Daten- und Finanztech-Firmen investiert. (ank)

Verwendete Quellen:

  • Dkv.global: Deep Knowledge Group COVID-19 Countries Ranking Methodology
  • Spiegel.de: Im Ländervergleich liegt Deutschland sehr weit vorn

Coronakrise : nachhaltige Lebensmittelversorgung

Bild einer Gemüsekiste.

Coronavirus-Krise: Forscher zeigen neue Wege für nachhaltige Lebensmittelversorgung

Die Coronakrise macht die Schwachstellen der Lebensmittelversorgung in europäischen Städten deutlich: Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie kann es zu Engpässen bei der Versorgung mit Obst und Gemüse kommen. Britische Forscher zeigen mit kreativem Ansatz, wie die nachhaltige Versorgung urbaner Gebiete mit Frischware langfristig gesichert werden kann.

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Hunger ist in Deutschland durch die Coronakrise nicht zu befürchten. Die Versorgung etwa mit Milchprodukten, Weizen und Schweinefleisch sei gesichert, betont das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das gilt aber nicht für alle Lebensmittel. Insbesondere bei frischem Obst und Gemüse sind Engpässe denkbar, warnte unter anderem Bundesministerin Julia Klöckner.

Um Versorgungsprobleme durch störungsanfällige Lieferketten in der Zukunft zu vermeiden, suchen Wissenschaftler nach Wegen, um die Lebensmittelversorgung verstärkt regional oder sogar lokal zu organisieren. Ein britisches Forscherteam zeigt in einer aktuellen Studie auf, dass selbst Großstädte ein ungeahntes Potenzial für den Gartenbau bergen.

Coronakrise zeigt: Versorgungswege von Obst und Gemüse nicht sicher

Die Versorgung mit frischen pflanzlichen Erzeugnissen ist in der aktuellen Situation besonders empfindlich. Die Produzenten in Deutschland sind auf Saisonarbeiter aus dem Ausland angewiesen. Aufgrund der geltenden Einreisebeschränkungen fehlen diese aktuell.

Mit einem Maßnahmenpaket will die Bundesregierung drohenden Ernteausfällen entgegenwirken. Dieses sieht unter anderem Sondergenehmigungen für die Einreise von Saisonkräften und arbeitsrechtliche Erleichterungen vor.

Diese Maßnahmen versuchen, die Auswirkungen der Coronakrise auf die einheimische Lebensmittelproduktion zu lindern. Bei Obst und Gemüse liegt der Selbstversorgungsgrad aber unter 40 Prozent. Der weitaus größere Anteil wird aus dem Ausland importiert. So stammt Obst größtenteils aus Spanien, das meiste Gemüse wird aus den Niederlanden importiert.

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Lange Lieferketten haben viele Schwachstellen

Die Einfuhr von Lebensmitteln kann durch die aktuelle Krise an mehreren Stellen eingeschränkt sein. Eine verringerte Produktion in den Ursprungsländern, fehlende LKW-Fahrer bei den Speditionen und lange Wartezeiten an den Grenzen durch stärkere Kontrollen hemmen den üblichen Warenfluss in die deutschen Supermärkte.

Lange Lieferketten haben auch außerhalb von Krisensituationen Nachteile. Sie sind anfällig für Störungen und sie schaden außerdem der Umwelt – insbesondere durch Schadstoffemissionen beim Transport.

Kreativer Ansatz für nachhaltige Versorgung

Jede Krise birgt Chancen zum Umdenken und für Verbesserungen. Einen Denkanstoß für eine möglicherweise nachhaltigere Lebensmittelversorgung wollen britische Forscher mit einer aktuellen Studie geben. Darin versuchen sie, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Urbanisierung und dem lokalen Bezug von Obst und Gemüse aufzulösen.

Der in der Fachzeitschrift „Nature Food“ veröffentlichten Untersuchung zufolge haben selbst Großstädte ein bedeutendes Potenzial für den Anbau von Obst und Gemüse. Die Wissenschaftler nutzten Geoinformationssysteme, um am Beispiel der englischen Stadt Sheffield zu ermitteln, wie viel Fläche für den Nutzpflanzenanbau geeignet ist.

Und ihre Ergebnisse lassen aufhorchen: Auch wenn nur ein kleiner Teil der potenziell geeigneten urbanen Flächen im Vereinigten Königreich für den Gartenbau genutzt würde, würde sich die heimische Obst- und Gemüseproduktion vervierfachen.

100 Quadratmeter Gemüsegarten pro Einwohner

Aktuell werden 1,3 Prozent der Grünflächen Sheffields als Gemüsegärten genutzt. Die Wissenschaftler identifizierten ein großes zusätzliches Potenzial. Würden alle Möglichkeiten ausgenutzt, stünden pro Einwohner ganze 100 Quadratmeter für den Obst- und Gemüseanbau zur Verfügung.

Die Forscher unter der Leitung von Jill Edmondson identifizierten nicht nur Landflächen als potenzielle Gärten. Viele Flachdächer von Gebäuden seien ebenfalls für den Zweck geeignet. Für manche Pflanzenarten wie etwa Tomaten seien die Bedingungen auf Gebäudedächern besonders gut geeignet.

„Mit einer sorgfältigen Verwaltung der Grünflächen und der Nutzung von Technologie, um Vertriebswege zu schaffen, könnten ’smarte Food-Städte‘ entstehen, in denen lokale Gärtner ihre Gemeinden mit frischen, nachhaltigen Lebensmitteln versorgen können“, sagt Duncan Cameron, Co-Autor der Studie, laut einer Mitteilung der Universität von Sheffield.

Verwendete Quellen:

Lieferdienst für Bedürftige

Wenn die Menschen nicht zur Berliner Tafel kommen können, dann kommt eben die Tafel zu den Menschen.

Zwangsabgabe für Bank-Kunden

Zwangsabgabe: Ab 1. August steigt das Risiko für Bank-Kunden erheblich

 |  Veröffentlicht: 14.07.13, 01:52  |  119 Kommentare
Die Bankster und Politiker schlage wieder zu.  Kein Geld für die schaffende Bevölkerung, nehmt Ihnen alles ab!

Vielen Banken in Europa spekulieren auf Teufel komm raus mit dem Geld der Sparer und weigern sich, die Risiken offenzulegen. Alle hoffen unverändert auf die Rettung durch den Steuerzahler. Doch die EU hat nun still und leise ein Gesetz beschlossen, demnach ab 1. August die Bank-Kunden als erste enteignet werden müssen, wenn eine Bank in die Krise gerät.

José Manuel Barroso, Martin Schulz, Herman Van Rompuy und ein unbekanntner EU-Mitarbeiter Studium ihrer Konto-Auszüge im EU-Privat-Jet. Sie prüfen, ob am Montag noch alles drauf ist, was am Freitag auf dem Konto gewesen ist. (Foto: consilium)

José Manuel Barroso, Martin Schulz, Herman Van Rompuy und ein unbekanntner EU-Mitarbeiter beim Studium ihrer Konto-Auszüge im EU-Privat-Jet. Sie prüfen, ob am Montag noch alles drauf ist, was am Freitag auf dem Konto gewesen ist. (Foto: consilium)

Allein im Euroraum gibt es 6.400 Banken. Viele davon sind Großbanken, die durch das Prädikat „too big to fail“ vom Steuerzahler geschützt werden. Durch immer mehr Zusammenschlüsse und gegenseitige Aufkäufe wuchsen die sogenannten „systemrelevanten“ Banken zu immer größeren, unüberschaubaren Konglomeraten. Stets im Bewusstsein, dass bei möglichen Schieflagen der Staat oder der Steuerzahler einspringen würde.

Die gesamten Verbindlichkeiten der Banken der Eurozone betragen 250 Prozent des BIP der Eurozone.

250 Prozent all dessen, was die Euro-Bürger in einem Jahr schaffen, ist von den Banken bereits verwettet.

Das sind unerfreuliche Zahlen.

Daher hat die EU-Kommission nun in aller Stille eine Verordnung erlassen, die für die Steuerzahler einen gewissen Schutz bieten sollen – die aber in voller Härte den Bank-Kunden treffen können.

Diese Verordnung ist deshalb von Bedeutung, weil für Inkrafttreten nicht mehr die Zustimmung der nationalen Parlamente erforderlich ist, in denen die Banken über Lobbying die Regelung noch weiter verwässern könnten.

Es handelt sich um eine Vorschrift, die am 1. August 2013 in Kraft tritt.

Mit diesem Tage sollten sich Bank-Kunden genau überlegen, welcher Bank sie ihr Geld anvertrauen.

Die EU-Kommission verlangt zu diesem Zeitpunkt:

„Banken mit einer ausgewiesenen Kapitallücke müssen dafür sorgen, dass Anteilseigner wie auch Inhaber nachrangiger Schuldtitel einen angemessenen Beitrag zur Deckung des Kapitalbedarfs leisten, bevor sie staatliche Rekapitalisierungen oder Maßnahmen zum Schutz ihrer wertgeminderten Vermögenswerte in Anspruch nehmen können. Auf diese Weise werden gleiche Wettbewerbsbedingungen für ähnliche Banken mit Sitz in verschiedenen Mitgliedstaaten geschaffen und der Fragmentierung des Finanzmarkts vorgebeugt. Ausnahmen sind möglich, wenn die Finanzstabilität auf dem Spiel steht oder wenn eine Bank bereits einen großen Teil des Kapitalbedarfs selbst aufgebracht hat und der Restbetrag, der mit staatlichen Mitteln gedeckt werden soll, im Vergleich zu der Bilanzsumme der betreffenden Bank gering ist.“

Das bedeutet: Banken müssen künftig zuerst ihre Kunden und Aktionäre zur Kasse bitten, bevor sie den Staat in Anspruch nehmen können. Die Inhaber „nachrangiger Schuldtitel“ sind im Grunde alle Bank-Kunden, weil ihre Guthaben bei den Banken Klein-Kredite sind, für die die Kunden von der Bank nichts anderes erhalten als das Recht, für Dienstleistungen der Bank saftige Gebühren zu bezahlen.

Ob die Einlagensicherung für Einlagen unter 100.000 Euro etwas wert ist, kann niemand sagen.

Vorrangige Gläubiger sind in der Regel offizielle Institutionen wie die KfW oder die EZB, die sich ihre Kredite von den Banken in der Regel besichern lassen.

Die EU-Regel ist natürlich schwammig. Es ist keine strenge Vorschrift zur Beteiligung, sondern eher die Einführung eines Procedere.

Und dieses entspricht der Zwangs-Angabe in Zypern: Die Bank-Kunden müssen beteiligt werden. Die EU zieht damit vor allem die Lehren aus dem fortgesetzten Griechenland-Desaster und dem für die Bevölkerung besonders verheerenden Irland-Desaster.

Konkret bedeutet die Regel: Wenn eine Bank in Schieflage gerät, muss sie die Guthaben ihrer Kunden als Pflicht-Element in den Topf werfen, um einen Deal mit der Bankenaufsicht, der nationalen Regierung und der EU zu erreichen.

Die ab 1. August gesetzlich zwingend vorgeschriebene Beteiligung der Bank-Kunden war notwendig geworden, weil die Banken in den vergangenen Jahren nichts unternommen haben, um ihre Risiken abzubauen.

Tatsächlich haben sich nämlich viele Institute durch Verluste im risikoreichen Investmentbanking selbst in Krisen gestürzt. Und die Staaten haben bereits Milliardenbeträge in die Rettung von Zombiebanken investiert. Eine Zombiebank wird definiert als ein Institut, das eigentlich insolvent ist, jedoch weiterhin Bankgeschäfte ausübt.

Im Jahr 2008, als die sogenannte Finanzkrise hochkochte, gingen der damalige Finanzminister Steinbrück und Kanzlerin Merkel vor die Mikrophone und sicherten der Bevölkerung zu, alle Einlagen in den deutschen Banken seien sicher. Hätte es dennoch einen „Bank-Run“ gegeben, hätten Merkel und Steinbrück ihre Zusage natürlich nicht einhalten können (hier).

In Deutschland wurde im November 2008 ein Bankenrettungsfonds (SoFFin) gegründet, ausgestattet mit 500 Milliarden Euro. Fünf deutsche Banken wurden aufgefangen: Die Commerzbank, die DZ Bank und die Landesbanken NordLB, Helaba und WestLB.

Indessen wurde der Bankenrettungsfonds SoFFin bis Ende 2014 verlängert, um damit „einen nahtlosen Übergang zu einem Rettungsfonds auf europäischer Ebene ermöglichen“, wie es damals noch etwas unbestimmt hieß.

Auf europäischer Ebene, insbesondere in der Peripherie, gibt es nach wie vor die Möglichkeit eines Bank-Runs. Deshalb laufen nun die verschiedenen Maßnahmen auf EU-Ebene an, um eine Bankenunion zu gründen, wobei insbesondere der Abwicklungsmechanismus SRM („Single Resolution Mechanism”) hoch umstritten ist.

Ebenfalls geplant ist ein gemeinsamer Einlagensicherungsfonds, der jedoch wegen der bevorstehenden Bundestagswahl aufgeschoben ist (hier).

Tatsache ist: Nach wie vor ist der Bankensektor im Euroraum zu groß und risikoreich, die Banken verfügen über zu wenig Eigenkapital und berechnen dazu noch ihre Eigenkapitalquote häufig falsch (Details hier).

Die Gesamtverbindlichkeiten der Banken in der Eurozone betragen 250 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Faule Kredite werden verlängert, anstatt sie abzuschreiben. Verbindlichkeiten sind höher als vermeintliche Assets (Vermögenswerte).

Doch die Forderungen, die konkreten Zahlen der Altlasten der Banken offenzulegen, sind halbherzig und verhallen immer wieder schnell.

Aus gutem Grund: Wären die Fakten bekannt, käme es womöglich zu einem Bank-Run, bevor der gemeinsame Einlagensicherungsfonds steht. Es drohte ein Crash, der befürchtete Domino-Effekt wäre die Folge.

In Spanien sind die harten Realitäten der Banken längst offenbar. Überschuldungen durch Ausfälle von nicht rückzahlbaren privaten und öffentlichen Krediten. Die Immobilienblase machte aus Banken alsbald marode Banken. Ein Großteil der Hypothekendarlehen wird daher in den Bilanzen über die EZB finanziert. Doch „auf die billige (Re-) Finanzierung der Zentralbank angewiesen zu sein, ist kein tragfähiges Geschäftsmodell“, schreibt Daniel Gros auf dem Blog des „Project-Syndicate“.

Auch in Italien, Portugal und Griechenland sind die Anteile der „faulen Kredite“ in den Bankbilanzen angestiegen. Griechenlands Banken halten sich nur noch mit Notkrediten der EZB über Wasser. Sie betrugen Ende Juni 61,14 Milliarden Euro.

Italien hatte Ende April 133 Milliarden Euro faule Kredite in den Büchern, Spanien etwa 200 Milliarden Euro.

Zwar soll Anfang 2014 eine Bankenaufsicht etabliert werden, die die tatsächlich vorhandenen Assets der Banken im Euroraum überprüfen soll. Ob diese Aufsicht auch die Überlebensfähigkeit der einzelnen Institute einschätzen kann, bleibt fraglich. Zudem werden sich die Banken gegen zu strikte Auflagen zur Wehr setzen. Und welche nationale Behörde (die mit am Verhandlungstisch sitzen wird) kann eingestehen, dass eine ihrer systemrelevanten Bank an kein zukunftsfähiges Modell besitzt? Und wie viele Banken wird man – je nach nationalem Interesse – als „systemrelevant“ einstufen? Um damit wiederum faule Kredite in Büchern zu belassen und verlängern?

Bis der gemeinsame Einlagensicherungsfonds kommt?

Denn die EZB wird diese Herausforderung alleine nicht meistern.

Deshalb wurde eine – bisher – gedeckelte Summe von 60 Milliarden zur (Re-) Kapitalisierung für Banken aus dem ESM beschlossen.

Ferner soll ein Bankenabwicklungsfonds gegründet werden, der über zehn Jahre hinweg durch Einzahlungen der Banken im Euroraum pro Jahr etwa fünf Milliarden einsammeln soll. Dabei ist ein Zeitrahmen von zehn Jahren angedacht, um auf eine Summe von 50 Milliarden Euro zu kommen.

Das ist bei weitem zu wenig, um eine in Bedrängnis geratene Großbank zu retten. Außerdem haben die Banken Widerstand angekündigt: Sie wollen nicht in einen solchen Fonds einzahlen, weil sie der Meinung sind, dass sei keine weiteren Belastungen mehr übernehmen können.

Tatsächlich erleben wir einen Wettlauf mit der Zeit: Die Banken wissen, dass sie nur eines retten kann: Das Prädikat „Too big to fail“. Deshalb betreiben jene Banken, die die Politik beraten, einen radikalen Konsolidierungskurs. Es soll weniger Banken in Europa geben, die sollen größer sein und systemrelevant (mehr zu diesem bemerkenswerten Vorgang – hier).

Denn eines ist allen Beteiligten klar: Wegen der gigantischen Risiken können weder die Staaten die Banken noch die Banken sich selbst retten.

Daran haben die ganzen hektischen „Rettungs“-Bemühungen der vergangenen Monate nichts geändert, im Gegenteil: Das einzige, was Banken und Politiker retten wollen, ist ihre eigene Haut.

Der Sparer hat, im Unterschied zum Steuerzahler, zwei Vorteile: Er kann die Bank wechseln, während der Steuerzahler in der Regeln den Staat nicht wechseln kann. Und der Sparer weiß nun, dank des EU-Gesetzes, dass er ab dem 1. August 2013 höllisch auf der Hut sein muss. Sein Risiko, über Nacht enteignet zu werden, steigt dramatisch an.

Das ist keine gute Nachricht.

Aber wenigstens eine, auf die man reagieren kann.

 

KOMMENTARE:

  • Willkür sagt:

    …das bittere dabei ist, keiner weiß, wie “gesund” seine Bank ist.
    Ich sehe keine Chance für den Bürger, sich dieser Willkür tatsächlich entziehen zu können.

  • beppe Grillo sagt:

    Geld abheben, dann können die euch auch nix
    zwangsenteignen …Die 1% Tagesgeld Zinsen sind mir dieses Risiko
    nicht wert.

    Außerdem können sie Banken dann nicht mehr mit den Früchten meiner Arbeit zocken…
    Einfach mal machen statt labern und sich beschweren…wenn es jeder macht, könnt ihr denen mal zeigen wer der Boss ist….mit eurem Kreuz bei der Wahl könnt ihr es nicht…

  • Fritze sagt:

    Schönes Foto: vier der Oberdiebe und -verbrecher der EU-Mafia zusammen. Ist dürfte indes leider kein polnisches Flugzeug sein…

    Was diese verbrecherische Bande da macht, ist und bleibt Diebstahl! Sie werden hoffentlich recht bald alle den vollen Preis bezahlen!!!

    Sie lösen nicht nur kein einziges Problem, diese Verbrecher sind das Problem!!!

    Auf in den totalitären, diktatorischen, faschistischen Super-Staat EU. Hier kann man jeden Tag nur mehr kotzen.

    http://stopesm.blogspot.de/2013/07/warum-deutschland-nie-einen.html

  • Robert_M sagt:

    Die EU funktioniert ähnlich wie die FED.

    Jeder glaubt, die FED wäre eine Staatsbank .

    IST SIE ABER NICHT !!!

    Auszug aus boerse. ard:

    Die Fed ist eine privatwirtschaftlich ( !!!) basierte Institution.
    Im Internet kursiert eine Liste der wichtigsten Eigentümer, darunter Rothschild, Lazard Frères, Kuhn Loeb, Warburg, Lehman Brothers, Goldman Sachs, Rockefellers Chase Manhattan, JP Morgan.

    Weiter heisst es bei boerse.ard:

    Der Crash von Gold und Silber  “war ein Meisterwerk der Manipulatoren”

    Ein paar US-Großbanken, die den Edelmetall-Markt bei Over-the-counter-Derivaten (OTC) dominieren, hätten mit massiven Leerverkäufen an der New Yorker Terminbörse Comex Verunsicherung unter den Edelmetall-Investoren geschürt. Über den Terminmarkt wurde für ungeheuren Verkaufsdruck gesorgt. “Viele Investoren bekamen Angst, automatische Verkaufsorders wurden durch den Bruch wichtiger Chartmarken ausgelöst”, hat Schulte festgestellt.Bereits am vorangegangenen Freitag (12. April) hatten zwei Verkaufsorders von insgesamt 400 Tonnen in einem zeitlich kurzen Abstand von zwei Stunden den Goldpreis in die Knie gezwungen. Er rutschte unter die wichtige Schwelle von 1.540 Dollar je Feinunze. “Wenn jemand an einem Freitag, an dem die Händler ins Wochenende aufbrechen, plötzlich 400 Tonnen Gold oder 15 Prozent der Jahresweltproduktion verkauft, muss der Preis ja einbrechen”, meint Analyst Eberhard Unger von Fairesearch. Daher sei anzunehmen, dass “der Einbruch absichtlich ausgelöst wurde – vielleicht sogar nach Absprachen zu einer konzertierten Leerverkaufs-Aktion”.

    So funktioniert das Mega- Hütchenspiel – Spiel.

  • anon sagt:

    Wo ist denn mal bitte ein Link zum genauen Wortlaut der Vorschrift?

  • logos sagt:

    “Allein im Euroraum gibt es 6.400 Banken. Viele davon sind Großbanken, die durch das Prädikat „too big to fail“ vom Steuerzahler geschützt werden.”

    Wem gehören die “too big to fail” Banken?

    “Das bedeutet: Banken müssen künftig zuerst ihre Kunden und Aktionäre zur Kasse bitten, bevor sie den Staat in Anspruch nehmen können. Die Inhaber „nachrangiger Schuldtitel“ sind im Grunde alle Bank-Kunden, weil ihre Guthaben bei den Banken Klein-Kredite sind, für die die Kunden von der Bank nichts anderes erhalten als das Recht, für Dienstleistungen der Bank saftige Gebühren zu bezahlen.”

    Wer trotzdem heute noch irgendeiner Bank  die Verfügungsgewalt über sein Bankguthaben überlässt, handelt nicht nur leichtsinnig, sondern dumm.

    Zu dem Foto: So, so, wieviele Privatjets unterhält denn die EU auf Kosten der Steuerzahler?

  • Joachim Ochmann sagt:

    Da werden wir  in naher Zukunft auch ausgebremst, es wird ein Bargeldloser Zahlungsverkehr eingeführt.Probelauf bereits im Gange. Dann gibt es nur noch die Bankkart und jeder ist dann kontrollierbar, was er tut, auf den Pfennig genau.
    Basta, sagt die EU zu jedem, der arbeiten geht und ein Gehalt bezieht in ganz Europa. Das Recht in jedem Land ein Konto zu haben hat man ja bereits realisiert.
    Alles am Bürger der BRD forbei mit Zustimmung der Volksvertreter. Wenn wir diese Klasse nicht zum Teufel jagen, richten sie uns noch zu Grunde.

  • pulle sagt:

    (Der Sparer hat, im Unterschied zum Steuerzahler, zwei Vorteile: Er kann die Bank wechseln, während der Steuerzahler in der Regeln den Staat nicht wechseln kann. )

    Welcher Staat ?  Welche Regeln ?

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=bMp0gOiyYAI

  • Mrs. Ölsardine sagt:

    ich habs schon oft überall verbreitet:
    Hebt alles ab, bis auf die Monatlichen Kosten. Wenn dies Mindestens 10% aller Bürger machen, können die Bankenverbrecher nichts mehr machen. Zumindest nicht mehr viel.

 

Wie Angela Merkel den Ausstieg aus dem Euro plant

Plan B: Wie Angela Merkel den Ausstieg aus dem Euro plant

 |  Veröffentlicht: 13.04.13, 04:06  |  Aktualisiert: 13.04.13, 22:52  |  549 Kommentare

Das Chaos in vielen europäischen Ländern zwingt Angela Merkel zu Überlegungen, wie Deutschland aus dem Euro austreten kann. Eine zentrale Rolle könnte in ihrem Plan die Anti-Euro Partei „Alternative für Deutschland“ spielen. Denn sie verfolgt vor allem ein Ziel: Vier weitere Jahre im Kanzleramt.

Angela Merkel auf der Suche nach dem Plan B: Der Austritt Deutschlands aus dem Euro könnte ihr durch die neuen Anti-Euro-Partei ermöglicht werden. (Foto: consilium)

Angela Merkel auf der Suche nach dem Plan B: Der Austritt Deutschlands aus dem Euro könnte ihr durch die neuen Anti-Euro-Partei ermöglicht werden. (Foto: consilium)

Eine Partei, die in einem 80-Millionen-Land 7.000 Mitglieder in einem Monat gewinnt, ist noch keine Gefahr für die etablierten Parteien. Aus der Perspektive von Angela Merkel ist die „Alternative für Deutschland“ jedoch eine willkommene Hilfe. Denn hinter den Kulissen hat in Berlin längst das Nachdenken über die Zeit nach dem Euro begonnen.

Die Lage in den meisten Euro-Staaten ist kaum noch zu kontrollieren. Auch Brüssel agiert kopflos und ist zur Selbstverteidigung übergegangen. Viele der Beteiligten fragen sich bereits: Wer hat den schwarzen Peter, wenn der Euro zerfällt?

Ein Blick auf die einzelnen Staaten ist ernüchternd:

Griechenland hat bewiesen, dass die Euro-Rettungsaktionen nicht funktionieren. Das Land liegt in einer schweren Depression. Alle Ideen vom Sanierungs-Reißbrett haben sich als reine Theorie erwiesen: Es gibt, sehr zum Leidwesen von Goldman Sachs, keine Privatisierungen, bei denen die Finanzwirtschaft Geld verdienen könnte. Im öffentlichen Sektor wurden einige tausend Beamte in die sogenannte „Arbeitsreserve“ verschoben. Das heißt, sie arbeiten weiter wie bisher, nur das Türschild wurde ausgetauscht. Beim Euro-Gruppen-Treffen am Freitag in Dublin geriet Griechenland zum x-ten Mal unter Druck, endlich mit dem Abbau zu beginnen. Zur gleichen Zeit erklärte Premier Samaras, dass ihm Merkel versprochen habe, nach der Bundestagswahl einen Schuldenerlass in Erwägung zu ziehen, wie Kathimerini berichtet.

In Italien herrscht eine Verfassungskrise: Staatpräsident Napolitano erklärte am Freitag, dass er keine neue Regierung bestellen werde. Das müsse sein Nachfolger machen. Heißt auf Deutsch: Es wird Neuwahlen geben. Bis dahin kann der Goldman-Premier noch einige prestigeträchtige Ehrenrunden drehen. Seine Wahlschlappe war eine klare Botschaft: Sparen alla tedesca ist mit den Italienern nicht zu machen.

Frankreich versinkt im Sumpf von Korruption und Entscheidungsunfähigkeit. Francois Hollande kann Angela Merkel nicht ausstehen. Er will, wie die meisten Parteien, den Euro abwerten. Ob durch Eurobonds oder die EZB ist ihm egal. Frankreich hat in den Jahren nach dem Krieg mehrere Währungsreformen durchgeführt und ist damit in einer prä-globalen Welt nicht schlecht gefahren.

In Großbritannien treibt UKIP-Chef Nigel Farage Premier David Cameron vor sich her. Portugal kann nicht sparen, weil das Verfassungsgericht die beschlossenen Sparmaßnahmen abgelehnt hat.

In Irland ballen die Bürger die Faust in der Tasche, weil sie für eine umfassende Banken-Rettung bluten müssen. Beiden Ländern wurde von der EU nun eine Fristverlängerung zur Rückzahlung der EU-Kredite gewährt (hier). Damit bleiben die Sparkommissare weitere sieben Jahre im Land. Nationale Souveränität sieht anders aus.

In Spanien ist die Lage ähnlich wie in Frankreich: Die Regierung sieht sich massiven Korruptionsvorwürfen gegenüber, der Unmut in der Bevölkerung steigt.

In den kleinen Ländern Belgien und Slowenien brennt die Hütte. Beide Länder sind Kandidaten für Banken-Crash und Bailouts oder Bail-Ins.

Angela Merkel hat keine Ansprechpartner mehr in Europa. Und wenn, dann kämpfen die ums eigene Überleben oder gegen die Insolvenz ihrer Staaten.

Die Aussagen von George Soros in Frankfurt sind daher von einiger Bedeutung. Soros ist ein Profi: Er verdient sein Geld mit Spekulationen. Das heißt: Er wettet darauf, dass bestimmte Ereignisse eintreten oder nicht. Er wettet um viel Geld und muss daher saubere Vorhersagen treffen. Man mag ihn mögen oder nicht: In seiner Analyse der politischen Optionen für die EU liegt Soros genau richtig.

Angela Merkel hat in der Tat nur zwei Alternativen: Die eine wäre die Zustimmung zur Vergemeinschaftung der Schulden durch Eurobonds. Dies würde Deutschland – ohne weitere Schulden in den anderen Ländern – 200 Milliarden Euro kosten. Das ist viel Holz. Die andere Alternative ist der Austritt aus dem Euro. Das ist keine feine Sache, aber es hat ja schon einmal ein Leben vor dem Euro gegeben. Da war die D-Mark auch eine starke Währung – und Deutschland trotzdem Exportweltmeister.

Merkel kommt aus der DDR. Sie kennt die BRD nur aus der Sicht von der anderen Seite des Vorhangs. Für DDR-Bürger war die BRD entweder der Klassenfeind oder das gelobte Land.

Die DDR-Nostalgiker sitzen heute in der Partei Die Linke. Diejenigen aber, für die die Bundesrepublik war das gelobte Land war, in dem alles besser war als in der DDR, sitzen heute in leitenden Positionen.

Unter anderem im Bundeskanzleramt.

Ein großer Teil der Ostdeutschen hat, wie Merkel und ihr Landsmann, Joachim Gauck, einen verklärten Blick auf die BRD. Kritik am Raubtier-Kapitalismus ist ihnen fremd. Sie haben den Raubtier-Kommunismus erlebt – und den möchte ihn um keinen Preis wiederhaben. Sie fühlen sich sicherer, wenn sie von Goldman Sachs beraten werden.

Die Rückkehr zu einer beschaulichen westdeutschen Insel ist für Merkel daher kein Schreckgespenst. Sie ist keine Internationalistin. Sie träumt von der biedermeierlichen Stabilität der Bonner Republik und ein wenig von den vielen Vorzügen, die der spießige DDR-Verwaltungsstaat mit sich gebracht hat. Angela Merkel wirkt verloren, wenn sie auf Ischia Urlaub macht. Das ist für sie schon eine Weltreise. Noch lieber ist sie in Südtirol. Da spricht man Deutsch.

Merkel ist jedoch eine Taktikerin und perfekt in der Antizipation von Gefahren, die ihren Machterhalt bedrohen. Sie hat die CDU-Widersacher aus dem Weg geräumt wie kein Parteivorsitzender vor ihr. Eines hat „Kohls Mädchen“ vom Langzeitkanzler gelernt: Als Bundeskanzler muss man manchmal ein Diktator sein (hier).

Vor allem aber weiß sie, wer sie wählt. In Deutschland ist die wichtigste Gruppe die Gruppe der Rentner. Diese sind zahlenmäßig stärker als alle anderen Gruppen. Sie sind gut organisiert, haben schlagkräftige Lobby-Vereine. Die deutsche Jugend hat keinen Lobbyverein. Die deutsche Jugend hat auch kein Geld. Verteidigungsminister Thomas de Mazière, hat seine Soldaten kritisiert, weil die lieber im Hotel Mama leben als am Hindukusch kämpfen (hier). Die deutsche Jugend lebt bei Mama, von Hartz IV oder absolviert ein EU-finanziertes Auslandssemester nach dem anderen, weil die deutsche Jugend keine reiche Jugend ist.

Das Geld haben die Rentner. Und die haben Angst, es zu verlieren.

Wer die Rentner bei der Stange hält, gewinnt in Deutschland Mehrheiten. Daher muss man genau hinhören, was die Rentner bewegt.

Die Rentner treibt immer stärker die Sorge um ihre Sparguthaben um. Sie verfolgen mit Sorge, dass sie künftig bei Banken-Rettungen rasiert werden sollen (hier). Sie ärgern sich über die schleichende Inflation und darüber, dass sie immer weniger für ihr Geld kaufen können (hier).

Viele Rentner und ältere Deutsche rechnen immer noch die Preise in D-Mark um. Eine Verkäuferin stellt heute schnell eine gefährliche Kopfrechnung an: „Mein Vater war Kraftfahrer. Da bekam er 24 DM Stundenlohn. Heute würde er 9 Euro bekommen.“

Die Jungen kennen die D-Mark gar nicht mehr.

Die Alten glauben, dass alles wieder besser wäre, wenn es die D-Mark wieder gäbe.

Merkel kann den Deutschen nicht offen versprechen, dass die D-Mark wiederkommt. Würde sie das tun, dann hätte sie den Schwarzen Peter in der Euro-Krise. Machtmenschen wie Merkel übernehmen keinen Schwarzen Peter. Sie spielen ihn anderen zu, ohne dass es jemand merkt.

Und hier kommt eine Anti-Euro-Partei ins Spiel und wird, ohne dass sie es vermutlich weiß, zu einem Teil des Merkel-Plans B.

Das enorme internationale Aufsehen, dass die „Alternative für Deutschland“ erregt, steht in keinem Verhältnis zu ihrer politischen Bedeutung. Ob die Partei, wie ihr Gründungs-Vorsitzender Bernd Lucke es erwartet, in den Bundestag kommt, „vielleicht sogar zweistellig“, ist schwer vorherzusagen. Die Demoskopen sagen Nein, aber das spricht eher dafür, dass Lucke es schafft.

Für Merkel ist das fast unerheblich: Sie kann allen in Europa nun eine neue Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte vom Politiker, der leider, leider gezwungen ist, auf sein Volk zu hören. Sie kann überall – von Brüssel bis Rom – sagen: „Ich würde ja im Euro bleiben, ganz klar. Aber die Deutschen wollen raus – und es wäre für Europa schlecht, wenn Deutschland gespalten ist.“

Es ist, aus Merkels innenpolitischer Sicht, besser, dass Europa gespalten ist: Die Einführung von Kapitalverkehrs-Kontrollen in Zypern ist bereits eine faktische Spaltung der Euro-Zone. Es gibt zwei Euros: Den in Zypern, und den im Rest. Diese Spaltung geschah auf Anweisung aus Berlin (hier).

Was spricht dagegen, wenn der Zypern-Euro seine Reichweite ausdehnt? Es kann ja einen Zypern-Griechenland-Euro geben. Und dann einen Zypern-Griechenland-Portugal-Euro. Und einen Zypern-Griechenland-Portugal-Italien-Euro. Und so weiter.

Die „Alternative für Deutschland“ kann also für Merkel das berühmte Feigenblatt sein, mit dem am Ende der schwarze Peter bei den anderen landet. Merkel kann sich aus dem Euro verabschieden, mit dicken Krokodilstränen, weil sie sagen kann: Die Mehrheiten in Deutschland haben sich verschoben.

Mit der „Alternative für Deutschland“ hat Merkel auch innenpolitisch die angenehmste Form der Euro-Gegner, die sie sich wünschen kann. Wirklich gefährlich wäre für sie eine massive linke Anti-Euro-Bewegung. Eine Gruppe, wie man sie kurz bei Occupy Wall Street gesehen hat. Oder wie sie Attac einmal war.

Wirklich gefährlich wäre für Merkel eine Fundamental-Opposition, die nicht nur den Euro, sondern den internationalen Finanz-Kapitalismus in Frage stellt. Eine Gruppe, die den Euro nicht über makroökonomische Expertise, sondern über massiven Protest auf der Straße hinwegfegen will.

Wirklich gefährlich wäre für Merkel, wenn die Deutschen massenweise auf die Straße gingen.

Solange sich die Euro-Unzufriedenen gesittet im Berliner Hotel Interconti treffen, wo die AfD am Sonntag offiziell gegründet wird, solange kann Merkel die Euro-Gegner in ihren Plan integrieren.

Die Protagonisten der „Alternative für Deutschland“ sind keine Leute, die vermummt und Steine werfend gegen ein System antreten, von dem sie überzeugt sind, dass es sie kaputtmacht.

Die Protagonisten und die Kandidaten der AfD sind, wie man aus den Bewerbungen auf der Website der Partei sehen kann, bis ins Mark (Knochen-Mark) bürgerlich. Sie sind freiheitsliebend, wollen weniger Staat, mehr Eigeninitiative, keine Verschuldung, mehr Leistung.

Die Fans der AfD sind aber nicht die, die bei Massenkundgebungen solange vor dem Berliner Reichstag ausharren, bis sich keiner mehr heraustraut.

Denn die meisten der AfD-Bannerträger sind ältere, gebildete und sehr kultivierte Herrschaften. Es sind Leute, die schon etwas geleistet haben in ihrem Leben. Daher sind es aber auch Leute, die etwas zu verlieren haben.

Eine radikale Protestbewegung, eine echte Revolution, entsteht jedoch nur, wenn viele Leute nichts mehr zu verlieren haben.

Die AfD könnte für Merkel daher nützlich werden – sogar, wenn die Partei sehr erfolgreich ist: Sie wäre der perfekte Kandidat, um die FDP an der Seite der CDU zu ersetzen. Niemand weiß heute, ob die FDP wirklich stark genug sein wird, um Merkel die Mehrheit zu beschaffen.

Die AfD nimmt jedoch auch der SPD Stimmen weg. Denn auch die SPD ist keine Jugendbewegung, sondern eine Klientel-Partei für jene, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und nun vom Staat erwarten, dass er den Reichen das Geld wegnimmt und ihnen ihre Renten sichert.

Es ist sehr auffällig, dass die SPD in den vergangenen Wochen praktisch abgetaucht ist. Es gab keine Proteste gegen die Zwangs-Abgabe für die kleinen Leute. Es gibt keinen Aufschrei gegen die sich abzeichnende Entwicklung, dass künftig bei jeder Bankenrettung auch die Sparbücher übers Wochenende geleert werden. Das liegt nicht nur an einem gänzlich glücklosen Spitzenkandidaten Peer Steinbrück.

Der „Alternative für Deutschland“ wird immer wieder vorgeworfen, sie sei eine Partei mit nur einem Thema. Das mag stimmen.

Für Angela Merkel ist dieses eine Thema der AfD, der Euro, das wichtigste Thema.

Ob und in welchem Ausmaß die Gründung der AfD von der CDU mitbetrieben wurde, ist schwer zu sagen. Tatsache ist, dass es enge Verflechtungen mit CDU-nahen Lobby-Gruppen gibt. Dazu gehört unter anderem die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, der viele Repräsentanten der AfD zugerechnet werden können. Auch Vertreter der CDU-Mittelstands-Vereinigung sympathisieren mit der AfD. Denn anders als die internationalen Konzerne ist der deutsche Mittelstand traditionell euro-skeptisch.

Auch hier gibt es inhaltliche Überschneidungen mit der Kern-Zielgruppe der Union. Vor allem die CDU-nahen Zeitungen wie die Welt oder die FAZ berichten ausführlich und auffallend freundlich über die AfD. Das ist doppelt erstaunlich: Konrad Adam, einer der brillantesten Köpfe des deutschen Wirtschaftsjournalismus, hat bei beiden Zeitungen gearbeitet und hat beide mehr oder weniger im Streit verlassen.

Aber auch Konrad Adam ist heute ein gebrechlicher, älterer Herr, der niemals irgendwelche Parolen in ein Megaphon schreien würde.

Der ganzen AfD ist Krawall zuwider. Das macht sie für Merkel berechenbar.

Das große Medien-Echo, das die AfD ausgelöst hat, ist für Angela Merkel ein Geschenk des Himmels: Es spült ihr, der Alternativlosen, erstmals die Möglichkeit eines echten Plans B vor die Füße.

Merkel soll bereits in der ersten Phase der Euro-Krise mehrfach mit einem Euro-Austritt geliebäugelt haben. Damals ging das nicht, weil das alte Europa noch zu fest zusammengefügt war. Im Zug der gescheiterten Euro-Rettungen ist Merkel jedoch immer klarer geworden, dass sie den Euro nicht retten kann.

Das neue Europa, wie es sich in der Krise abzeichnet, sieht ganz anders aus: Immer mehr Staaten rutschen in eine Depression. Große Staaten treiben führungslos durch die Schuldenkrise. Sparprogramme sind faktisch nirgendwo durchzusetzen.

Und in Deutschland gibt es plötzlich eine Gruppe, die mediale Aufmerksamkeit für jenes Thema erzeugt, das Merkel immer am liebsten unter den Teppich gekehrt hätte: den Euro.

Schon haben die ersten Merkel-Vertrauten wie Fraktions-Chef Volker Kauder vorsichtigen Respekt vor der AfD zum Ausdruck gebracht. Das Kläffen des Generalsekretärs Grohe ist unerheblich. Grohe wird für jedes verlorene Prozent der CDU verantwortlich gemacht. Daher muss er gegen die AfD sein.

Angela Merkel hat eine feine Nase für Stimmungen. Wenn sie von der „schwäbischen Hausfrau“ und ihrer Sparsamkeit schwärmt, dann spricht sie nicht von sich, sondern davon, wie sie gern wäre. Die AfD erfüllt dieses Wunschbild perfekt.

Hat Angela Merkel die „Alternative für Deutschland“ vielleicht gar selbst ins Rollen gebracht?

Wohl kaum.

Aber wenn Merkel in ihrer politischen Karriere etwas bewiesen hat, dann ist es die Tatsache, dass sie andere für ihre Zwecke instrumentalisieren kann, weil sie selbst wendig genug ist. Sie hat keine starren Prinzipien. Sie hat kein Privatleben neben der Politik. Merkel hat nichts, wofür sie kämpfen würde bis zum Umfallen.

Außer ihrem Schreibtisch im Kanzleramt.

Wenn die AfD ihr hilft, weitere vier Jahre dort zu verbringen, wird Merkel die Hilfe dankbar annehmen.

Daher könnte die Gründung dieser merkwürdig spröden Partei für Merkel zum „Mantel der Geschichte“ werden, den man, wie Kohl & Bismarck gesagt haben, erfassen muss, wenn er vorbeiweht.

Was ist schon der Euro im Vergleich zu weiteren vier Jahren an der Spitze der größten Nation Europas!

So denkt Merkel. Die AfD könnte zur Keimzelle für ihren Plan B werden, zu ihrem ganz persönlichen Euro-Rettungsschirm.

So könnte auseinanderfallen, was in einer Währung nicht zusammenpasst.

Das ist Merkels Traum: Auch wenn Europa aus den Fugen gerät, es gibt eine Konstante, die von alldem unberührt bleibt:

Angela Merkel bleibt. Die erste Bundeskanzlerin im Kanzleramt.

Sie wird alles tun, um diesen Traum zu verwirklichen.

Vielleicht macht Angela Merkel am 22. September sogar ihr Kreuzchen bei der Partei, die ihr am besten hilft, dass sich dieser Traum erfüllt.

Kommentare:

DerBasisidemokrat sagt:

  • Gedankenstütze für alle Euro-Träumer

    http://www.youtube.com/watch?v=AkkTRnwG1Bs

    In diesem Sinne
    Der Basisdemokrat

  • Leserin sagt:

    Danke Europa. Und das wird von Merkel mit ihrem Anhang auch noch unterstützt.

    Welches Land kommt als nächstes ??

    In Griechenland erreicht die Arbeitslosigkeit eine neue Rekordhöhe von über 27 Prozent

    http://www.rp-online.de/wirtschaft/arbeitslosigkeit-erreicht-neue-rekordhoehe-1.3322477

    Demonstranten prangern hohe Arbeitslosigkeit an Massenproteste in Portugal gegen Sparpolitik der Regierung

    http://www.rp-online.de/politik/eu/massenproteste-in-portugal-gegen-sparpolitik-der-regierung-1.3327795

  • Leserin sagt:

    Und das von mir zum Schluß nur mal kurz am Rande, auch wenns nicht ganz zum Thema passt.

    http://www.bild.de/geld/wirtschaft/offshore-leaks/wie-schmuggelt-man-geld-ins-steuerparadies-29980248.bild.html

    So einfach geht das ;-)

    Gute Nacht

  • Peter sagt:

    An den Redakteur:Warum wird mein Text nicht veröffentlicht??

  • Duck sagt:

    Ein interessanter Artikel. Vielen Dank.

    Der Kommentarverlauf zeigt jetzt schon, daß es bei der nächsten Bundestagswahl der Verlierer schon feststeht: Das Wahlvolk.

  • radtke renate sagt:

    merkel plant den Austritt aus dem Euro?
    Ich lach mich schlapp,selbst wenn es so währe,würde ich diese Frau
    niemals wieder wählen! ICH BIN IN MEINEM lEBEN NOCH NIE SO
    BELOGEN UND BETROGEN WORDEN WIE VON DIESER POLITIK
    DIE ICH UND MEINE GANZE FAMILIE JAHRELANG GEWÄHLT HABEN.
    Damit ist jetzt endlich Schluss ,wir empfinden es als Erlösung nun
    eine Alternative zu haben! Die afd hat unsere Stimme und auch die von unseren
    Freunden und Nachbarn!!

  • NICF-Nettie sagt:

    Das der Artikel reine Theorie ohne Beleg ist, sollte wohl jeder wissen. Keine Zitate, keine Quellennachweise, nur Theorie und die ist immer gefährlich.
    Das die AfD mit dem Feind ins Bett geht, glaube ich kaum:
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/12652-afd-gruendungserklaerung-von-bernhard-seiz
    Lucke machte es auch klar:
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/12664-afd-zweistellig
    Verfassungserhalt-Kämpfer wie Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider und Joachim Starbatty unterstützen die AfD.
    Ich könnte jetzt auch eine böse Theorie aufstellen:
    Die Mainstream Medien hetzten was das Zeug hält:
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/12642-spiegel-hetzt-gegen-afd
    Und dieser DWN Artikel –könnte- möglicherweise auch eine Hetze durch die Hintertür sein. Seht ihr, mit Theorien kommt man aber am Ende nicht weiter. Und wenn dem so sei, was für Merkel alles in Betracht käme, muss es nicht für die AfD gelten. Es ist derzeit die einzige Chance die wir haben, das sollte man begreifen, ich erkläre gerne warum:
    Haben Petitionen (egal zu welcher Sache) in letzter Zeit je irgendetwas gebracht? Man lacht uns eher aus, auch wen man da nicht aufhören sollte, das nur am Rande.
    Hat die LINKE je eine Chance noch grösser zu werden? Nein, weil der Mainstream immer erfolgreich den Stasi Stempel rechtzeitig drauf drückt. Und genau wie bei den inzwischen kaputten Piraten, sind interne Problem nicht hilfreich nach aussen hin.
    Und eine1 Million Bürger, die noch immer satt und zufrieden sind, ihre Hobbys finanzieren können, werden wir in Berlin nicht auf die Straße bekommen, das ist mal ein Fakt.
    Das die AfD soweit von unbekannten Parteien es nach oben geschafft hat, in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit meine ich, ist schon bemerkenswert. Was sicher nicht zuletzt an all den Professoren und Eurobekämpfern darinnen liegt, diese wiederum bei den Truther Blogs/Portalen immer bekannter werden. Andere unbekannte Parteien werden jetzt vor der Wahl solche Sprünge nicht mehr schaffen, auch wenn interessante dabei sind.
    Und noch etwas wegen der Überläufer von CDU und SPD: Glaubt jemand im ernst, das dort nicht viele die Schnauze voll haben, von dem Machtgehabe alá Merkel und Schäuble oder den Steinbrücks (Bilderberger) & Co.? Es gibt tatsächlich MdB´s wie Frank Schäffer (FDP) oder ein Herr Gauweiler, die etwas bewirken wollen. Warum hätte ein Lafontaine auf eine Mega Kariere neben Schröder verzichten sollen und zu den LINKEN gehen? Es gibt sie.
    Verschwörungstheorien  müssen nichts negatives sein, ich studiere mehrere Stunden täglich davon, aber wir sollten aufpassen uns nicht gegenseitig zu zerreißen und Parteien die es eventuell mit uns gut meinen, diesen Glauben müssen wir im Namen der Demokratie behalten. Für uns selbst. Das was uns jetzt erwartet kann nur schlimmer werden, warum nicht mit der AfD wagen? Was bliebe denn noch? Mord und Totschlag? NPD? Nein danke.
    Sie sollten ihre Chance haben, für uns alle, aber und nicht selbst mit kruden Theorien alles verbauen. Und ich bin überzeugt sie werden nicht so dumm sein, bei dem DM Thema stehen zu bleiben, wenn sie jetzt alles offenbaren, was taktisch dumm wäre, macht der Mainstream sie richtig fertig und die –Gegner- stellen sich darauf ein. Wir wollen doch, das dieser Wahnsinn aufhört, dann muss man mit der Selbstzerfleischung auch aufhören. Die Realität und mögliche Optionen müssen wir nutzen. Warum schwenkt jetzt alles um, und hackt auf die AfD ein? Das ist nicht anders, als beim Mainstream, nur die inhaltliche Diffamierung ist neu.

  • Boltar sagt:

    Ich mache nur selten Komplimente…aber für diesen Artikel mache ich das!

    Aber eins ist eben ganz klar: Die AfD ist keine Alternative – denn sie will nur den EURO einpacken – gegen das Schuld- Zinsgeldsystem – die WURZEL des Übels, unternimmt sie nichts!
    Und..sie hat den Grundfehler aller politischen Ausrichtungen: Sie ist eine PARTEI!
    Parteien sind grundsätzlich die Voraussetzung jeder Tyrannei. Sie zementieren das jeweilige System.
    Ob GRÜNE, Piraten oder nun die AfD…sie alle holt die Realität des Parteiensystems ein und korrumpiert sie.

    Eine echte Demokratie – nicht wie diese pervertierte Pseudoveranstaltung – kann nur leben OHNE PARTEIEN!
    Das muß Deppendeutschland endlich mal kapieren…

  • Leserin sagt:

    Was ich einfach nicht verstehe. Wie kann man seinen eigenen Untergang wählen.

    Laut NTV wollen 58% Merkel als Kanzlerin behalten.

    http://suite101.de/view_image.cfm/963135

    Ich glaube weder das eine noch das andere

  • ratlos sagt:

    Der Videotrailer zum Geheimtipp – dem Buch, an das sich kein Verlag traute: https://www.youtube.com/watch?v=W1YEcZV6mWE Absolut sehenswert!

  • Oxygen sagt:

    Danke,

    Es geht wohl darum den weisen Menschen, sprich Rentner, aus der herrabwürdigung zu führen.

    Rentner ist Neusprech!

    Ein alter Mensch ist ein weiser Mensch.

  • Sammy sagt:

    Ausser er heisst Schäuble.

    Aber sonst’s stimmt’s!

  • filzläuse sagt:

    wird an den renten bezügen gemessen,wie alles in unserer scheinwelt.
    mittelalterliche zitate passen nicht in ein kapitalwissenschaftliches umfeld.
    500 antworten ist gleich 500 suchend und nichts findendte.

  • Fricke sagt:

    Ausser er heisst Schäuble.
    Aber sonst’s stimmt’s!

    Richtig und wahr, ein Schwabe, die auch am Prenzlauer Berg so beliebt sind,
    wegen Ihrer arroganten Art und Ihrer Besserwisserei.

    Merkel, nein Danke

  • Jeremias sagt:

    Schäubleist kein Schwabe sondern ein Badenser oder Gelfüssler, wie die Schwaben spotten. Ein Schwabe hätte den EURO nie gerettet. Allein weil er täglich erlebt, wie die anderen mit dem Geld umgehen. Und er hat eine feine Nase, was seinem sauer Erspartes gefährlich wird. Bei Daimler-Benz sitzen keine Schwaben.

  • beccon sagt:

    >>Richtig und wahr, ein Schwabe, die auch am Prenzlauer Berg so beliebt sind,
    wegen Ihrer arroganten Art und Ihrer Besserwisserei.<<
    Ach was, ich mag eigentlich die Schwäbele (wenn auch mit Ausnahme des zitierten) und die Produkte, die sie herstellen.

    Jedoch – in Berlin haben sie Integrationsschwierigkeiten – wir wolln halt kooi Kehrwoche net… Die Schwaben wollen keinen Dreck…

    Das zeigt, daß es schon nicht leicht ist, die vergleichsweise geringen Unterschiede in Deutschland unter einen Hut zu bringen.

    Das ganze Euro Projekt bringt die Völker gegeneinander auf, da es sie zwingt, an eine fremde Mentalität anzupassen. Wir Deutschen mögen keine Schulden, die Südländer keine Austerität. Dabei sind sie genauso faul wie daß die Engländer alle Geisterfahrer sind… In ihren eigenen Ländern funktioniert das alles prima – zusammen nicht.

  • rie90 sagt:

    Schäuble ist Badner und kein Schwabe!

Mario Draghi unter Druck: Die Einschläge kommen näher

Mario Draghi unter Druck: Die Einschläge kommen näher

Draghi sollte schneller Arbeiten, damit die NWO = Neue Weltordnung schneller durchgesetzt werden kann.

Von einem Goldmann & Sachs —-Schergen kann man das verlangen.

www.ichbindafuer.com   Diese Leute sollten so schnell wie möglich zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Leute wollen die Welt beherschen.

 

Mario Draghi ist der mächtigste Mann Europas. Seine Maßnahmen entscheiden über das Überleben der Euro-Zone. Im Moment sieht Draghi jedoch alt aus: Seine Ankündigung, den Euro um jeden Preis zu retten, wird zum Rohrkrepierer: Die schwachen Franzosen rufen nach mehr Währungs-Manipulation. Draghi selbst ist wegen seiner Rolle im italienischen Banken-Skandal unter massiven Beschuss in Italien geraten. Bei der heutigen Pressekonferenz wird er unangenehme Fragen hören – und sie aalglatt vom Tisch wischen.

Die vergangenen 14 Monate von EZB-Chef Draghis Amtszeit sind alles andere als zufriedenstellend, wie die Entwicklungen am Bondsmarkt, in den Target-2-Salden und in der Bilanz der EZB zeigen (Grafik: Reuters).

Die vergangenen 14 Monate von EZB-Chef Draghis Amtszeit sind alles andere als zufriedenstellend, wie die Entwicklungen am Bondsmarkt, in den Target-2-Salden und in der Bilanz der EZB zeigen (Grafik: Reuters).

Am Donnerstag kommt die EZB erneut zu einer Ratssitzung zusammen, um über die weitere Vorgehensweise der Zentralbank zu beraten. Analysten rechnen mit keinen großen Ankündigungen. Vielmehr wird Draghi selbst im Mittelpunkt stehen. Mario Draghis Rolle bei dem italienischen Bankenskandal um die Banca Monte die Paschi di Siena ist von Interesse. Bezüglich seiner Rolle als Chef der italienischen Zentralbank gerät Draghi immer weiter in die Kritik. Doch seine Bilanz als EZB-Chef ist ebenfalls katastrophal.

Mario Draghi muss derzeit beobachten, wie die Geldpolitik der EZB unter seiner Führung immer mehr ins Straucheln gerät. Zugegeben, als Mario Draghi im November 2011 seinen Posten als EZB-Chef antrat, war die europäische Schuldenkrise bereits in vollem Gange. Aber außer einer aufgeblähten EZB-Bilanz konnte Mario Draghi mit seinen Maßnahmen bisher nicht viel erreichen. Bereits im Monat seines Amtsantritts senkte Draghi den Leitzins das erste Mal – zuvor, war dieser zweieinhalb Jahre nicht angerührt worden – um ihn dann im Juli 2012 sogar auf den historischen Tiefstand von 0,75 Prozent festzulegen.

Um dem Liquiditätsengpass der europäischen Banken  entgegenzuwirken und die Zinskosten für Italiens und Spaniens Anleihen zu reduzieren, spülte die EZB zudem in zwei Schritten über eine Billion Euro über die 3-Jahres-Tender (LTROs) in den Markt (hier). Ein Schritt, der neben dem bis dato bereits deutlich erhöhten Staatsanleihenkauf durch die EZB die Bilanz der Europäischen Zentralbank massiv aufblähte. Zwischenzeitlich lag diese bei über drei Billionen Euro (größer als die Bilanz der Fed – hier).

Abgesehen davon, dass die europäischen Banken das Geld horteten, floss zwar tatsächlich auch ein  Großteil der günstigen EZB-Kredite in die Staatsanleihen-Emissionen Italiens und Spaniens. Doch das Geld der spanischen und italienischen Banken ist fast aufgebraucht. Sie können mittlerweile kaum mehr weitere Bonds kaufen. Und dass ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die Kreditkosten der beiden Länder wieder steigen (hier).

Die Korruptionsvorwürfe gegenüber dem spanischen Premier Mariano Rajoy (mehr hier) und die politische Unsicherheit bezüglich der im Februar stattfindenden Parlamentswahlen in Italien treiben die Zinssätze wieder in die Höhe. Zu allem Übel ist Mario Draghi an den steigenden Zinskosten Italiens sogar nicht ganz unbeteiligt. Schließlich spielt er im aufgekommenen Skandal um die italienische Banca Monte die Paschi di Siena (MPS) eine wesentliche Rolle. Unter seiner Aufsicht als italienischer Notenbankchef wurde der verhängnisvolle Deal, der die Bank in den Abgrund riss, gebilligt (mehr hier). Dabei war er einem solchen Deal zur damaligen Zeit nicht das erste Mal begegnet. Griechenland rannte ebenfalls mit einem solchen Geschäft in die Katastrophe (als Draghi noch bei Goldman Sachs arbeitete – hier).

Mittlerweile haben die europäischen Banken zwar begonnen, die von der EZB geliehenen 3-Jahres-Kredite wieder zurückzuzahlen, und halfen damit, die Bilanz der EZB auf nunmehr auf 2,77 Billionen Euro zu senken. Doch das europäische Finanzsystem wurde durch die Kredite alles andere als stabilisiert (mehr hier). Vielmehr sind es derzeit die großen Banken, die mit der Rückzahlung begonnen haben Den Investmentbanken immerhin  bescherte die Bazooka sogar reichlich Gewinne. Die kleineren Finanzinstitute hängen indes stärker am Tropf der EZB als je zuvor (hier).

Aber nicht nur eine stabilisierende Wirkung auf das Finanzsystem und eine Reduzierung der Refinanzierungskosten für die Länder sollte mit dem 3-Jahres-Tendern erreicht werde. Ziel war es auch, der Realwirtschaft durch die Geldschwemme den Zugang zu dringend benötigten, neuen Krediten zu erleichtern. Auch in dieser Hinsicht versagte die Geldpolitik der EZB jedoch (hier).

Dadurch, dass die EZB nun jedoch ihre Liquiditätsversorgung langsam nach den effekthascherischen Maßnahmen der vergangenen 12 Monate zurückfährt und Geld aus dem Markt nimmt, während die anderen großen Zentralbanken wie die Fed weiter Geld in den Markt pumpen, hat der Euro zu Beginn des Jahres massiv an Wert gewonnen und schwächt so die europäische Exportwirtschaft. Ende Januar stieg der Euro gegenüber dem Dollar auf ein 14-Monatshoch, gegenüber dem japanischen Yen sogar auf den stärksten Wert seit mehr als zweieinhalb Jahre. Von dem Mandat der Finanzstabilität kann also selbst in diesem Zusammenhang keine Rede sein.

Der französische Präsident Hollande hat nun sogar nach einer Wechselkurs-Manipulation gerufen (hier). Eine Forderung, die Angela Merkel am Mittwoch massiv ablehnte (hier). Die Haltung Deutschlands zu dieser Wechselkurs-Manipulation dürfte bei Draghi, sollte er tatsächlich über einen solchen Schritt nachdenken, allerdings kaum etwas ausrichten. Ignorierte er doch bisher kontinuierlich die deutsche Haltung zur Geldpolitik der EZB.

Was bleibt sind steigende Zinskosten, weitere Instabilität im europäischen Bankensektor, ein dramatisch steigender Eurokurs, nicht liquide Unternehmen, eine überbordende Target-2-Bilanz der Deutschen Bundesbank (hier) und eine zunehmende Skepsis gegenüber Draghi und der EZB. Als der EZB-Chef zuletzt umfangreiche Maßnahmen wie mögliche unbegrenzte Anleihekäufe ankündigte, beruhigte sich die Situation am Finanzmarkt zunächst leicht. Doch seitdem ist nichts passiert. Die bisherigen Aktionen der EZB zeigten nicht die gewünschte Wirkung und von den groß angekündigten, neuen Maßnahmen wurde bisher keine ergriffen. Doch die Investoren haben ein Gedächtnis. Der Effekt der Reden Mario Draghis wird kontinuierlich verpuffen.

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  1. Michael sagt:

    Was soll das Rumgeätze ? Der T€uro hat (leider) überlebt. Die Basiswerte zum T€uro bessern sich seit Monaten. Die deutschen Target2-Salden sind um mehr als 55 Mrd.€ zurückgegangen, ihr Trend ist klar fallend. Das Fluchtkapital zieht sich aus Deutschland zurück. Das ist richtig so. Die EZB-Bilanz normalisiert sich spürbar. Das ist Draghis Verdienst. Irgendwelche Monte Paschis werden von den Italienern gerettet, das ist doch sogar gegen die HRE-Rettung ein Finanz-zwerg.

    Die Wechselkursfrage entscheidet sich erst Ende April. Einmal negatives US-BIP ist zwar noch keine Rezession, die zweite Schrumpfung pro forma schon. Die Zahlen die aus diesem Jahr bekannt sind, deuten darauf hin, dass die Amis trotz des Vorteiles durch den unterbewerten Dollar nicht aus dem Knick kommen. Auch irgendwelche cliffs sind in einer Marktwirtschaft regelrecht obzöne Ursachen für BIP-Schrumpfung. Die Amis haben ein Strukturproblem. Man kann ihnen aber zutrauen, dass sie das, wenn sie es definiert haben, lösen werden. In der EU muss man skeptischer sein.

    Obama ist zwar auch eine fürchterliche sozialistische Ökonomielusche, aber in der Eurozone reden und gestikulieren gleich 17 von der Sorte gleichberechtigt in einem babylonischen Sprachengewirr wild durcheinander.

    Der einzige, der Klartext sprach hieß Draghi. Normalerweise hat er einen Nobelpreis verdient. Wenn ich an seiner Stelle gesessen hätte, hätte ich schon viel früher mit den Hysterikern Tacheles geredet. Das, ohne dass mir am Überleben des T€uro etwas gelegen hätte und ich kein glühender Europäer bin. Die letzten beiden Sätze besagen eins, die Deutschen müssen sich mal an die neuen Realitäten gewöhnen. Sie wurden mit dem Euro verraten und verkauft, aber sie wählen die Verr…r immer wieder. Damit tragen sie gefälligst ohne zu meckern die Konsequenzen daraus.

    • Gast sagt:

      “Sie wurden mit dem Euro verraten und verkauft, aber sie wählen die Verr…r immer wieder. Damit tragen sie gefälligst ohne zu meckern die Konsequenzen daraus.”

      Eben, so sieht es aus auch wenn es keiner so sehen will oder kann. Viel schlimmer noch ist die Tatsache das der Verkauf ohne zu Fragen statt gefunden hat, organisiert und gelenkt von den Gewählten. Allein eine Wahl zu was auch immer legitimiert nicht dazu über die Köpfe der Wähler hinweg zu entscheiden, was in letzter Zeit sehr stak in Mode gekommen ist bei den Staatsdiener. Hier liegt noch immer die Betonung auf Dienern und nicht auf Diktatoren oder Herrscher.

  2. pedrobergerac sagt:

    Die ‘FED ist der mächtigste Mann Europas.

  3. Alex sagt:

    Tja, der mächtigste Mann der EU ??????? Ein Goldmann Sachs Gesandter
    Die NWO  beschleunigt Ihre Ziele.
    Alle wissen, was da abgeht, doch niemand traut sich etwas zu sagen.
    Henry Ford” wenn die Menschen wüssten wie das Geldsystem funktioniert, dann hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution”

  4.  

megaabstauberseo — Defizite übertreffen Befürchtungen

megaabstauberseo  — nennt man das zwar nicht, jedoch gibt es hier reichlich abstauber.

Defizite übertreffen Befürchtungen

Die Haushaltsdefizite in den Krisenstaaten der Eurozone übertreffen die bisherigen Befürchtungen teilweise deutlich. Das EU-Statistikamt veröffentlichte aktualisierte Daten zur Staatsverschuldung im vergangenen Jahr. Daraus geht hervor, dass vor allem Spanien, Griechenland und Irland 2011 deutlich höhere Defizitquoten verzeichneten als bislang angenommen.

Spanisches Defizit fast ein Prozentpunkt höher

Das spanische Defizit lag demnach im vergangenen Jahr bei 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit um 0,9 Prozentpunkte höher als bisher geschätzt. In Griechenland lag das Minus ebenfalls bei 9,4 Prozent – zuvor war von 9,1 Prozent ausgegangen worden. Das irische Defizit stieg um 0,3 Prozentpunkte auf nun 13,4 Prozent. Auch für Portugal mussten die Zahlen leicht auf 4,4 Prozent nach oben korrigiert werden.

Die Änderungen sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass Bankenhilfen oder unbezahlte Rechnungen aus Teilbereichen der Staaten anders berücksichtigt wurden als bisher. Einfluss hatten zudem Korrekturen bei den Berechnungen des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts, das für die Berechnung der Defizitquote wichtig ist.

Deutschland schlägt sich besser als erwartet

Im Gegensatz zu den meisten Krisenstaaten verbesserten sich die Zahlen für Deutschland durch die Aktualisierung der Daten. Das deutsche Staatsdefizit summierte sich demnach 2011 auf 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ursprünglich war ein Wert von 1,0 Prozent angegeben worden. EU-weit schlossen nur Luxemburg mit einem Defizit von 0,3 Prozent und Finnland mit 0,6 Prozent das vergangene Jahr besser ab als die Bundesrepublik. Der laut Maastricht-Kriterien zugelassene Höchstwert liegt bei 3,0 Prozent.

Bei einem anderen Stabilitätskriterien erfüllte Deutschland allerdings erneut die Vorgaben nicht: Der Gesamtschuldenstand des Staates summierte sich Ende 2011 auf 80,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Erlaubt wären höchstens 60 Prozent.